Stadt Hilchenbach

Hallenbad

Lennetherme im Hallenbad als Partner der Stadt Hilchenbach

Verlängerung des Vertrages über den Betrieb bis 2019  


Der Rat der Stadt Hilchenbach hat sich am 27. Mai für die von der Verwaltung vorgeschlagene und im Weiteren näher erläuterte Vertragsverlängerung bis 2019 ausgesprochen.

Pressegespräch zur Vertragsverlängerung

Aufgrund einiger Nachfragen haben die Stadt Hilchenbach und Lenne Therme GmbH & Co KG Vertreter der Presse über die angestrebte Vertragsverlängerung bis zum 30. September 2019 vor Ort informiert. 

Dabei stellte Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab fest, dass sich die Stadt Hilchenbach das Hallenbadangebot für Bürger und Gäste Einiges kosten lässt (Anmerkung: Etwa 400.000 Euro pro Jahr). Gleichzeitig machte der Verwaltungchef deutlich, dass für die Einwohner sowie im Hinblick auf das wichtige Schulschwimmen diese Ausgaben zur Erhaltung eines attraktiven Schwimm- und Badeangebotes zu jeder Jahreszeit als berechtigt angesehen werden. Außerdem betonte Hans-Peter Hasenstab die Bedeutung eines eigenen Hallenbades als Standortfaktor im Tourismus. Mit dem Hinweis auf die fast 70.000 privaten und zusammen mit dem Schulschwimmen über 100.000 Schwimmbadgäste jährlich unterstrich Ralf Wortmann von der Lenne Therme GmbH & Co KG, , die zur Zeit insgesamt vier Bäder (in Dahlbruch, Lennestadt, Drolshagen und Freibad Burbach) betreibt, die Aussage des Bürgermeisters.

Als Beauftragter der Geschäftsführung betonte er die sehr konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren und auch während der Vertragsverhandlungen. Die Eckpunkte des neuen Vertrages erläuterte Baudezernent Michael Kleber. Im Ergebnis zahlt die Stadt Hilchenbach für den Betrieb in den kommenden 10 Jahren 11.000 Euro jährlich mehr.  Begründet ist dies durch die gegenüber 2004 deutlich erweiterten Öffnungszeiten und dem damit verbunden stärkeren Personaleinsatz, der 45.000 Euro mehr kostet. Demgegenüber konnten die Bewirtschaftungskosten durch die Baumaßnahmen in den letzten Jahren spürbar gesenkt werden, so dass der Zuschuss der Stadtverwaltung in diesem Bereich um 34.00 Euro verringert werden konnte. Der vereinbarten, jährlichen Beitrag der Stadtverwaltung bei den Bauunterhaltungskosten in Höhe von 40.000 Euro kommt unmittelbar dem Gebäude zu Gute, so dass diese Investitionen der dauerhaften Erhaltung und weiteren Attraktivitätssteigerung des Hallenbades dienen.

Ralf Wortmann deutete bei dieser Gelegenheit an, dass auch die Lennetherme bereit ist, selbst zu investieren, wenn aufgrund des Vertragsabschlusses eine Investitionssicherheit erreicht wird. Vorgesehen ist, eine neue Saunalandschaft zu schaffen, um auch bei diesem Angebot in Dahlbruch konkurrenzfähig zu werden. Eine weitere gute Nachricht für die Zukunft des Hallenbades.

Ralf Wortmann, der Delfin als Symboltier des Hallenbades, Hans-Peter Hasenstab und Michael Kleber freuen sich auf die Vertragsverlängerung

Beim Fototermin freuten sich Ralf Wortmann, der Delfin als Symboltier des Hallenbades, Hans-Peter Hasenstab und Michael Kleber spürbar auf die Vertragsverlängerung.

Gemeinsam zogen die Vertreter beider Vertragsparteien das Fazit, dass ein Badangebot immer ein Zuschussgeschäft bleiben wird. Laut dem Bundesfachverband Öffentliche Bäder ist von einem Kostendeckungsgrad von lediglich etwa 40 % auszugehen; in Hilchenbach liegt dieser aufgrund der niedrigen Eintrittsgelder bei 38 %. Gerade diese relativ niedrigen Eintrittsgelder sollen aber beibehalten werden, um interessant für die Besucher zu bleiben. Unter dieser Voraussetzung setzt sich die Stadt Hilchenbach gemeinsam mit der Lennetherme für eine dauerhafte Erhaltung eines attraktiven Angebotes in Hilchenbach ein. Mit dem neuen Vertrag wird sichergestellt, dass dies langfristig zu einem fest zu kalkulierenden Preis geschieht.

Hallenbadgeschichte und Jubiläum 2009

Die Stadt Hilchenbach bietet ihren Einwohnern und Gästen seit dem 26. Oktober 1969 ein Hallenbad mit Sauna im Stadtteil Dahlbruch. Das Bad feiert also im Oktober des Jahres 2009 sein 40-jähriges Bestehen. Fast genau 35 Jahre hat die Stadtverwaltung das Hallenbad selbst betrieben. Die Öffnungszeiten vor und zum Zeitpunkt der Verpachtung ermöglichten einen öffentlichen Badebetrieb von 63,5 Stunden in der Woche einschließlich des Schul- und Vereinsschwimmens, der Kursangebote sowie des Saunabetriebs. Dafür beschäftigte die Stadtverwaltung sechs in Teilzeit beschäftigte Reinigungskräfte sowie vier Fachkräfte im Bäderwesen, wobei diese auch für das freibad Hilchenbach verantwortlich waren. Die Besucherzahl betrug 2004 etwa 56.000 Menschen (ohne Schulschwimmen).

Bisherige Partnerschaft mit der Lennetherme 

Seit dem 1. Oktober 2004 ist das Hallenbad per Pachtvertrag erstmals einem privaten Dritten zur Betriebsführung überlassen worden: der Lenne Therme GmbH & Co. KG mit Sitz in Lennestadt. Der Pachtvertrag vom 17. September 2004 enthält zur bisherigen Partnerschaft mit der Lennetherme folgende Eckpunkte:

  • Übergabe der Betriebsführung und Verkehrssicherungspflicht (Wasser- und Betriebsaufsicht), 
  • jährliche Pachtzahlung der Lennetherme in Höhe von 24.000 Euro,
  • Einnahmen aus Eintrittsgeldern gehen an die Lennetherme 
  • die Stadtverwaltung trägt die Personalkosten für zwei Fachkräfte im Bäderwesen (Kosten etwa 80.000 Euro).
  •  die Lennetherme erhält eine jährliche Bezuschussung in Höhe von 100.000 Euro (die zunächst gültige Höhe von 76.000 Euro wurde 2006 aufgrund des nachweisbaren Anstiegs der Betriebskosten entsprechend erhöht).
  • die Kosten der Bauunterhaltung und baulicher Investitionen trägt die Stadtverwaltung.
Nach derzeitigem Konzept bietet der Betreiber 78 Stunden Badebetrieb. Unter anderem aufgestockt wurde im Vertragszeitraum das Familienbad mit zusätzlichen Zeiten an den Wochenenden. Maßgebliche, die Attraktivität steigernde Faktoren sind das zweimal in der Woche angebotene Frühschwimmen (jeweils zwei Stunden) sowie die Aquafitness-Kurse. Für den Badebetrieb auf diesem Niveau sind 206 Arbeitsstunden pro Woche zu leisten, verbunden mit Personalkosten für die Lennetherme in Höhe von über 120.000 Euro pro Jahr für die Fachkräfte. Unter Hinzurechnung des erforderlichen städtischen Reinigungs- und Kassenpersonals (etwa 80.000 Euro) errechnet sich für das Bad ein Personalkostenaufwand von insgesamt über 200.000 Euro. (Dieser Wert liegt allerdings noch unter den im überörtlichen Betriebsvergleich anzunehmenden Personalkosten für gleichgroße Bäder, die für 2007 in einem von der Stadt Hilchenbach beauftragten Gutachten schon mit etwa 215.000 Euro angegeben sind.)

Die mit diesem unterdurchschnittlichen Personaleinsatz erreichte Attraktivität(ssteigerung) des Dahlbrucher Hallenbades wird belegt durch die Besucherzahl in 2008 mit 67.539 Personen. Einschließlich des Schulschwimmens wird das Bad nach Angaben vom Vertreter des Betreibers sogar von über 100.000 Menschen jährlich genutzt. Trotz dieses guten Gästeaufkommens bleibt der Betrieb eines Hallenbades auch für die Stadt Hilchenbach dauerhaft ein Zuschussgeschäft. 

Zukünftige Partnerschaft mit der Lennetherme

Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem privaten Betrieber des Bades haben sich beide Vertragsparteien frühzeitig darauf verständigt, eine Verlängerung des Vertrages über 10 Jahre bis zum 30. September 2019 anzustreben.

Gestützt wurde diese Absicht durch ein Gutachten des unabhängigen Bundesfachverbandes Öffentliche Bäder e.V. Dieses kommt zu folgenden Grundaussagen im Vergleich mit einem Musterbad der Dahlbrucher Größenordnung:
  • die Personalkosten sind niedriger als beim Musterbad
  • die Betriebskosten sind etwas höher
  • die baulichen Kosten sind durchschnittlich
  • die Gesamtkosten je Öffnungsstunde sind niedriger
  • die Öffnungszeiten sind durchschnittlich
  • die Besucherzahlen liegen über dem Musterbad
  • die Eintrittspreise sind niedriger
  • unter anderem daraus folgend sind die Erlöse niedriger
  • wiederum daraus folgenden ist das Betriebsergebnis schlechter.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wird vom Bundesfachverband Öffentliche Bäder empfohlen, den Vertrag zu verlängern. Untermauert wird dies durch eine Vergleichsberechnung des privaten Betriebes durch die Lennetherme gegenüber einer Rückkehr zu einem Betrieb in Eigenregie durch die Stadt Hilchenbach. Der Badbetrieb entsprechend dem Betreibervertrag mit den neuen Bedingungen kostet die Stadt Hilchenbach jährlich insgesamt knapp 400.000 Euro. Für den Betreib in Eigenregie sind demgegenüber Kosten pro Jahr in Höhe von mindestens 426.000 Euro anzunehmen.

Ziel der Vertragsverlängerung ist eine Kontinuität des Badbetriebes im Sinne der Kunden sowie eine Planungssicherheit für die Lennetherme und die Stadt Hilchenbach. Der neue Vertrag muss allerdings der geänderten Kostensituation aufgrund des erweiterten Angebotes bei den Öffnungszeiten Rechnung tragen.

Wesentliche Inhalte des nun vorgeschlagenen Vertrages:

  • Übergabe der Betriebsführung und Verkehrssicherungspflicht (Wasser- und Betriebsaufsicht)
  • jährliche Pachtzahlung der Lennetherme in Höhe von 24.000 Euro
  • Einnahmen aus Eintrittsgeldern gehen an die Lennetherme.
  • die Stadtverwaltung trägt die Personalkosten für zwei Fachkräfte im Bäderwesen sowie für eine weitere halbe Fachkraft und nachweisgewiesene Zusatzstunden um die notwendigen Arbeitstunden bei den derzeitigen Öffnungszeiten abzudecken (Kosten etwa 125.000 Euro)
  • die Lennetherme erhält eine jährliche Bezuschussung in Höhe von nur noch 66.000 Euro
  • die Kosten der Bauunterhaltung und baulicher Investitionen trägt die Stadtverwaltung. Für die bauliche Unterhaltung werden jährlich 40.000 Euro in der Haushaltsplanung bereitgestellt, um entsprechende geplante und unvorhergesehene Maßnahmen durchführen zu können. Werden die Mittel nicht in Anspruch genommen, ist eine Übertragung auf das Folgejahr vorgesehen.
Aufgrund der zuletzt durchgeführten Contracting-Maßnahmen im Bereich Energieeinsparung und der durchgeführten Sanierung befindet sich das Hallenbad in einem guten Gesamtzustand, der über die Bereitstellung des zuvor genannten eingeplanten Festbetrages für die bauliche Unterhaltung dauerhaft erhalten werden soll. 

Das nächste und zur Zeit letzte große Projekt, die Sanierung der Herren-Umkleiden, ist auch schon fest für die Sommerferien geplant. Aus diesem Grund und wegen der üblichen Reinigung wird das Hallenbad am 20. Juni letztmals für die Besucher geöffnet sein (am 21. Juni ist noch das Gillerschwimmen). Wiedereröffnet wird das Bad - nun auch für die Herren in neuem Glanz - unmittelbar nach den Sommerferien, also am 17. August. 


Wichtige Links  •  www.hallenbad-dahlbruch.de  •  www.lennetherme.de

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Wasserspuckender Delfin am Beckenrand im Hallenbad Dahlbruch