Stadtmuseum
Stadtmuseum Hilchenbach
Ein Hauch von Nostalgie durch neue Exponate in der "Seiffener Stube"
"Seiffen im Erzgebirge ist bekannt als "Spielzeugdorf" und hat neben seinem Spielzeugmuseum zahlreiche Spielzeughersteller zu bieten. "Seiffener Volkskunst" ist weltweit angesehen, da die Holzfiguren, Schwibbögen, Pyramiden und weiteres noch traditionell per Hand hergestellt werden.
Einen kleinen Einblick in diese Wunderwelt der Handwerkskunst bietet die Seiffener Stube im Stadtmuseum Hilchenbach in der Wilhelmsburg. Die befreundete Gemeinde Seiffen schickt regelmäßig neue Ausstellungsstücke in die Stadt am Rothaarsteig, damit den Besuchern immer wieder Abwechslung beim Einblick in die traditionelle Holzhandwerkskunst geboten wird.
Diesmal hatte die Auszubildende Tina Willert das Glück, Museumsleiter Reinhard Gämlich beim Einpacken der bisherigen und Aufbauen der neuen Ausstellungsstücke zu helfen. Mit der Bemerkung "Die kleinen Kartons alle in den einen großen zu bekommen, war fast wie Tetris" ging Tina Willert die Arbeit spielerisch an. Ohnehin war die Auszubildende mit Begeisterung bei der Sache, pflegt sie doch seit Jahren ein besonderes Verhältnis zu Seiffen. Dort findet jedes Jahr ein Rollskiwettkampf statt, an dem Tina Willert mit dem SV Lützel teilnimmt. Und auch zum Urlaub machen war die Hilchenbacherin schon einmal dort: "Besonders zum Skilaufen im Winter ist ein Besuch sehr empfehlenswert. Doch auch wenn kein Schnee liegt, ist Seiffen ein wunderschöner Ort, mit dem ich viele schöne Erlebnisse verbinde", nutzt Tina Willert die Gelegenheit für ein wenig touristische Werbung. 2006 erreichte die erfolgreiche Rollskiläuferin in Seiffen sogar ihren ersten Deutschen Meistertitel als Schülermeisterin im Sprint.

Mehr Spaß als das Einpacken machte Reinhard Gämlich und Tina Willert das Aufstellen der neuen Ausstellungsstücke, die die Firma Christian Werner geliefert hatte (Foto oben).
Dieser Betrieb wurde 1985 gegründet und hält durch ihre Erzeugnisse und die Art und Weise der Fertigung die volkskünstlerische Tradition des Reifendrehens lebendig. Dieses spezielle Handwerk gibt es auf der Welt nur an einem Ort - in Seiffen. Das Reifendrehen wird nur noch von acht Handwerkern beherrscht. Christian Werner ist einer von ihnen.
Die aktuelle Vitrinenausstellung läuft unter dem Thema "Arche und Archentiere". Viele kleine Reifentiere wie zum Beispiel Giraffen, Pferde, Hunde, Vögel sind neben der Arche und dem Berg Ararat zu sehen. Auch schreitende Kuh- und Schafherden kann man neben Rot- und Schwarzwild beziehungsweise Fahrtieren anschauen. Museumsleiter Reinhard Gämlich freut sich über die neuen Leihgaben aus Seiffen, die einen Hauch von Nostalgie in die Wilhelmsburg bringen: "Die Arche Noah gehörte mit ihren verschiedenen Tierpaaren bis in die 20er Jahre hinein zu den beliebtesten Spielzeugen überhaupt. Fast schon vergessen, erfährt sie seit einigen Jahren im Reifendrehwerk Christian Werner ihre Neuauflage. Nach alter Technik und von Hand werden hier Tiere und Figuren im Reifen gedreht, abgespalten, beschnitzt und anschließend sorgsam bemalt." "Wer die Arche und ihre Passagiere bewundern möchte, ist herzlich eingeladen", freuen sich Reinhard Gämlich und Tina Willert auf zahlreiche Besucher, die ihre sorgfältige Aufbauarbeit sehen möchten.
Für die Besichtigung des Stadtmuseums und der Vitrinenausstellung "Volkskunst aus Seiffen" ist der Eintritt frei! Die Wilhelmsburg ist zu den üblichen Zeiten für Besucher geöffnet."
Mehr zum Hersteller der aktuellen Leihgaben:
Die Firma Christian Werner wurde 1985 gegründet und seit dem entwickelt sie sowohl moderne Holzspielzeuge, führt aber dennoch die Tradition fort und erweckt somit alte Spielsachen zu neuem Leben. Sie hält durch ihre Erzeugnisse und der Art und Weise der Fertigung die volkskünstlerische Tradition des Reifendrehens lebendig. Die großen und kleinen Erzeugnisse aus Fichtenholz erinnern an vergangene Kindheit, glänzende Kinder-augen und echte Erzgebirgische Holzkunst. Das Handwerk des Reifendrehens entstand um 1800. Es erhöhte die Produktivität, Ausdruckskraft und Eigenständigkeit der erzgebirgischen Spielzeugherstellung und machte sie konkurrenzfähig. Ein Reifendreher konnte mehreren hausindustriellen Spielzeugmacherfamilien billigste Rohlinge liefern. Das Reifendrehen erfordert neben körperlicher Kraft feines Formgefühl und hohes Vorstellungsvermögen. Der geschulte Reifendreher kann mit geringem technischem Aufwand eine Vielzahl von Tierprofilen und Figurenzubehör herstellen. In Seiffen wird es nur noch von acht Handwerkern beherrscht. Christian Werner ist einer von Ihnen. Was es mit dem Reifendrehen genau auf sich hat, wird in der Ausstellung sehr anschaulich gezeigt.
zurück


