Jung-Stilling
Stadtmuseum Hilchenbach präsentiert: Ausstellung"Jung-Stilling auch heute nicht vergessen"
Vom 2. Dezember 2008 bis 1. Februar 2009
Bis zum 1. Februar kann man sich über einen der berühmtesten Söhne der Stadt am Rothaarsteig, Johann Heinrich Jung genannt Stilling, im Stadtmuseum Hilchenbach in der Wilhelmsburg näher informieren.
Die Ausstellung "Jung-Stilling auch heute nicht vergessen" hat Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab am 2. Dezember eröffnet. Die Einführung übernahm Ortwin Brückel als Präsident der Jung-Stilling-Gesellschaft. Beide betonten in ihren einleitenden Worten die Vielseitigkeit des berühmten Grunders, die die etwa 40 Besucher dann auch auf ihrem Weg durch die Ausstellung insbesondere anhand der zahlreichen von Jung-Stilling verfassten Schriften nachvollziehen konnten. Zu den interessierten Gästen zählte mit Jürgen Baron von Engelhardt aus Eschborn auch ein Ur-Ur-Ur-Enkel von Jung-Stilling, ein Nachfahr des Sohnes Friedrich (1795-1853), der mit dem Namen "Jung-Stilling" geadelt und durch Zar Alexander I. im Jahr 1838 zum Oberpostmeister von Livland bestellt wurde.
Besonderheit ist, dass die Besucher auch die Gelegenheit haben ein kleines Rätsel zu lösen.
Die volkstümliche Ausstellung hat der Stadtarchivar und Museumsleiter Reinhard Gämlich mit Unterstützung von Alfred Marenbach aus Dormagen und Dr. phil. Erich Mertens aus Lennestadt sowie des Präsidenten der Jung-Stilling-Gesellschaft, Ortwin Brückel aus Kreuztal, zusammen gestellt. Auch wenn die Präsentation keinen wissenschaftlichen Anspruch erhebt, so macht der Titel "Jung-Stilling auch heute nicht vergessen" neugierig auf diese Ausstellung zu einem bedeutenden Stück Hilchenbacher Geschichte.
Johann Heinrich Jung genannt Stilling wurde am 12. September 1740 als Sohn des Johann Helmann Jung (1716-1802) und der Johanna Dorothea Katharina Fischer (1717-1742) im Dorf Grund im damaligen Fürstentum Nassau-Siegen geboren. Jung-Stilling war Schneider, Lehrer, Augenarzt, Professor für Staatswissenschaften und seit 1803 Berater sowie 1808 Geheimer Hofrat des badischen Großherzogs. Während seines Medizinstudiums in Straßburg war er mit Johann Wolfgang von Goethe befreundet und erlangte selbst literarischen Ruhm als pietistischer Schriftsteller. Am 2. April 1817 verstarb er elf Tage nach seiner dritten Gattin Elisabeth Coing (1760-1817) in Karlsruhe, wo beide an der Apsiswand der evangelischen Friedhofs-Kapelle begraben wurden.
Die Ausstellung zeigt Titelblätter und Illustrationen zu Jung-Stillings Aufsätzen sowie seinen Werken und Schriften. Detailreiche Kupferstiche und Porträts, Originalbriefe, deutsche und fremdsprachliche Bücher, Reclam-Ausgaben und gegenständliche Exponate über Jung-Stilling aus der Neuzeit runden die Schau ab.
Für die Besichtigung des Stadtmuseums und der aktuell gezeigten Ausstellung gilt: Eintritt frei!
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