Vor Ort
Bürgermeister vor Ort
18. März 2009 in Allenbach:
Straßenzustand und Wirtschaftsfragen bestimmen Sprechstunde
Ob es am wunderschönen Sonnenschein lag oder an den wenigen Schwierigkeiten, die in Allenbach bestehen, musste Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab zunächst offen lassen. Eindeutig festzustellen war jedenfalls das geringe Interesse am Vor-Ort-Gespräch, denn nur drei Stammgäste aus der ersten Sprechstunde nutzen diesmal den Besuch des Verwaltungschefs.
Entsprechend ging Hans-Peter Hasenstab zunächst auf die Diskussionsschwerpunkte beim ersten Besuch in Allenbach ein. Dabei erntete er Zustimmung, dass die Verkehrssituation im Bereich Lindenstraße und Stift-Keppel-Weg durch die im Zuge des im letzten Jahr erfolgten Brückenneubaus vorgenommene Einbahnstraßenregelung deutlich verbessert worden ist. Peter Gebhardt regte dennoch an, dass speziell die Lehrer der beiden Schulen und die älteren Schüler gebeten werden, nicht entgegen der üblichen Fahrweise zur Schule zu fahren, da dies eine unnötige Gefährdung der zu Fuß gehenden Schülerinnen und Schüler mit sich bringe.
Zum Zustand der Lindenstraße machte der Bürgermeister darauf aufmerksam, dass diese zwar verkehrssicher sei, aber eine Erneuerung mittelfristig wohl notwendig und so auch im Finanzplan vorgesehen sei. Straßenzustand und Verkehrssicherheit waren die Stichworte für die anwesenden Bürger. Gerhard Münker merkte an, dass der Teil der Siegener Straße ohne Bürgersteig problematisch sei. Otto Stein machte darauf aufmerksam, dass auch in der Breitenbacher Straße wie bei einigen anderen Wegen aufgrund der Schäden nach dem Winter Handlungsbedarf bestehe. Der Bürgermeister sagte zu, sich die genannten Straßen anzusehen. Außerdem wies er darauf hin, dass die Stadtverwaltung dabei sei, ein Programm zur Straßensanierung aufzustellen, in dem auch Prioritäten festzulegen wären. Peter Gebhardt bat, dieses Programm nach Beschlussfassung im Internet-Auftritt zu veröffentlichen, damit sich die Bürger dort informieren können.
Ein anderer Zustand konnte schon verbessert werden, merkte Otto Stein zur Zufriedenheit des Verwaltungschefs an: "Der Bauhoflagerplatz unter der Brücke ist mittlerweile aufgeräumt und in Ordnung, so dass auch Spaziergänger hieran keinen Anstoß mehr nehmen müssen."
Ein anderes Thema der ersten Sprechstunde war die Beschilderung. Hierzu hatte Hans-Peter Hasenstab die Information mitgebracht, dass die Beschilderung an der Hauptstraße zwar vom Landesbetrieb erneuert würde, aber eine Ausweisung von Stadtteilen wie Allenbach auf diesen Schildern grundsätzlich nicht erfolge. Eine andere Beschilderung, die die Stadtverwaltung selbst veranlassen konnte, hat sich dagegen schon bewährt, wie Otto Stein und Peter Gebhardt befanden. Der Weg zu den Parkplätzen am Damm der Talsperre wird nach der Ausschilderung deutlich besser gefunden, so dass der Parkraum auch mehr und besser genutzt wird. Nicht schön ist aus Sicht der beiden Allenbacher allerdings immer noch das Betriebsgelände am Fuß der Talsperre. Der Bürgermeister verwies darauf, dass für die Nutzung eine Baugenehmigung und außerdem eine Duldung bestehe. Letztlich sei im laufenden Verfahren abzuwarten, welche Auflagen die zuständigen Behörden machen würden. Die Stadtverwaltung könne nur durch ständige Kontrollen tätig werden, was auch mindestens einmal pro Woche geschehe. Einen Hallenneubau könne die Stadt Hilchenbach nicht vorschreiben, aber sie habe diesen bei der Firma angeregt.
Die in Allenbach im Besonderen bestehende Gemengelage von Gewerbe- und Wohngebiet macht auch an anderer Stelle Schwierigkeiten. Gerhard Münker sprach die Nutzung eines Feldweges als Containerbahnhof an und wünschte zumindest eine Befestigung der Straße. Dies wird die Stadtverwaltung beim Nutzer anregen.
Positiver waren die Informationen des Bürgermeisters auf Nachfrage von Otto Stein zur Ansiedlung der Firma SiCon im Gewerbegebiet Vordere Insbach: "Der Bauantrag läuft und ein weiteres Grundstück ist mittlerweile auch schon verkauft."
Peter Gebhardt interessierte im Zusammenhang mit der Wirtschaftsförderung die Position des Bürgermeisters zur Fernstraße. Hans-Peter Hasenstab betonte, dass der derzeitige Ratsbeschluss gut sei, um die weitere Prüfung überregional fortzuführen. Eine konkrete Entscheidung Hilchenbachs sei aber erst zu erwarten, wenn die genaue Trassenführung als Plan vorliege. Eine Zustimmung "ohne Wenn und Aber" zu einem erheblichen Eingriff in die Natur werde es mit ihm aber nicht geben. Letztlich sollte nach Ansicht des Bürgermeister der Bürger im Rahmen einer Befragung über eine solch schwerwiegende Frage entscheiden: "Diesem Bürgerwillen würde ich mich dann unterordnen!"
Ansonsten sieht Hans-Peter Hasenstab im Bereich der Wirtschaftsförderung neben der Unterstützung der vorhandenen Betriebe eine Hauptaufgabe darin, den Tourismus in der Stadt am Rothaarsteig weiter zu entwickeln.
Das Schlusswort überließ der Verwaltungschef dann ausnahmsweise Gerhard Münker, der anmerkte: "Die Bürger sind zufrieden mit Ihrer Arbeit!" Damit hatte Hans-Peter Hasenstab dann doch noch seine Antwort, warum so wenige Menschen zu seiner Sprechstunde in Allenbach gekommen waren...
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