Bürgermeister
Grußwort zu Weihnachten 2009
Rückblick und Ausblick
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Hilchenbacherinnen und Hilchenbacher!
Zu den beeindruckenden Ereignissen in 2009 hat für mich der Jahrestag des Mauerfalls gehört. Beeindruckend weniger wegen der durchaus sehenswerten Jubiläumsveranstaltungen, sondern vielmehr wegen des Rückblicks auf die Öffnung der Grenze vor 20 Jahren. Ohne dabei gewesen zu sein, machen die Bilder auch heute noch deutlich, welche Freude und Aufbruchstimmung und welches Gefühl der Zusammengehörigkeit dieses Ereignis bei den Menschen ausgelöst hat.
In den Kommentaren zur deutschen Wiedervereinigung rückt jedoch etwas anderes in den Vordergrund. Häufig ist hier von den "Mauern in den Köpfen" die Rede, die die Menschen überwinden müssen. Diese Redewendung prägt sich ein. Sie hat aber nicht nur ihre Berechtigung beim Blick auf die Deutsche Wiedervereinigung. Ich denke, Mauern, Schranken, Grenzen sind in vielen Köpfen zu finden und sie betreffen unterschiedlichste Lebensbereiche.
Auf unsere Stadt bezogen fallen mir im Rückblick auf das Jahr 2009 zwei Themen dazu besonders ein und auf: Barrierefreiheit und Integration.
In beiden Aufgabengebieten hat die Stadtverwaltung die Notwendigkeit zu handeln erkannt. Für Menschen mit Handicap ist jeder Schritt auf dem Weg zu mehr Barrierefreiheit und damit jeder einzelne Abbau einer Behinderung an der Teilnahme am öffentlichen Leben ein Fortschritt in der Lebensqualität und im Miteinander mit anderen Menschen. Dazu gehören kleine positive Signale, wie die Einrichtung eines auch für Rollstuhlfahrer zugänglichen Rathausbriefkastens (Foto links), ebenso wie der Anfang des Jahres völlig neu gestaltete Internet-Auftritt der Stadt Hilchenbach, der zum Beispiel auch sehbehinderten Menschen Informationen zum Stadtleben zugänglich macht.Mein Ziel ist aber nicht nur, dass die Stadtverwaltung offene Augen und Ohren für die Anliegen von Menschen mit Handicap hat und im Rahmen ihrer Möglichkeiten praktisch hilft. In unseren Köpfen ist ein Um- und Mitdenken gefragt. Wir sind alle aufgerufen, die Teilhabe von behinderten Menschen am gesellschaftlichen Leben zu verbessern.
Mit dem Projekt "Die Einen und die Anderen" hat die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr das Thema Integration allgemein in den Blickpunkt gerückt. In erster Linie verbindet man dieses Wort mit aus dem Ausland zugezogenen Menschen. Bei dem Hilchenbacher Projekt geht es aber um viel mehr. Zielrichtung ist, alle Einwohner in unser städtisches Leben zu integrieren und jeden einzelnen dadurch mehr in die Gemeinschaft aufzunehmen.
Vorbildlich dafür waren sicherlich im Jahr 2009 die vielen Veranstaltungsangebote in der Stadtmitte. Vom Frühlingsfest über den Rocksommer, die Overground-Wochen und das Sommerfest bis hin zu Herbstkirmes, Herbst- und Weihnachtsmarkt führen diese Veranstaltungen in bester Weise verschiedene Menschen, alte und junge, einheimische und zugezogene, arme und reiche zusammen. Genauso vorbildlich dafür ist auch das vielfältige ehrenamtliche Wirken in den Vereinen unserer Stadt, wo Menschen unabhängig von Rang und Namen gemeinsam ihre Hobbies ausüben.
Für mich sehr ausdrucksstark auf den Punkt gebracht haben das Ziel des Integrationsprojektes für unsere Stadt die Jugendlichen des Jugendzentrums in Dahlbruch mit der Aussage:
Einer für alle – alle für einen!
Vielen anderen Menschen kommt gerade jetzt in der Weihnachtszeit beim Thema Integration auch die Geburt von Jesus Christus in den Sinn. Dieser ist für alle Menschen selbst Mensch geworden. Er hat sich in seinem Handeln auf der Erde gerade dadurch ausgezeichnet, dass er sich besonders den schwächeren und kranken, den armen oder aus der Gesellschaft ausgestoßenen Menschen angenommen hat. Ein Vorbild für Integration wie ich sie mir auch für Hilchenbach, für unsere Stadt, wünsche.
Zurückkommend auf meinen Ausgangsgedanken wäre es wundervoll, wenn es uns gemeinsam gelingt, eine Freude und Aufbruchstimmung und ein Zusammengehörigkeitsgefühl wie beim Mauerfall zu erzeugen. Wenn dann auch noch die Mauern in den Köpfen überwunden werden, können wir gemeinsam optimistisch in die Zukunft unserer Stadt blicken.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das nächste Jahr ein gutes Miteinander füreinander in Hilchenbach und darüber hinaus.
Ihr
Hans-Peter Hasenstab
zurück

