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Stadtentwicklung
Landesminister Lutz Lienenkämper zu Gesprächen in Hilchenbach
Nach eigener Aussage vor dem Karneval und speziell Altweiber war Lutz Lienenkämper auf Einladung der einheimischen Landtagsabgeordneten Monika Brunert-Jetter gerne ins Siegerland "geflüchtet", um zu arbeiten und wichtige Termine wahrzunehmen. Auf seiner Rundreise durch Siegen-Wittgenstein machte er dabei auch Station in Hilchenbach.
Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab und Baudezernent Michael Kleber nutzen den Besuch des Ministers für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen um zwei für die Stadtentwicklung wichtige Themen bei Ortsbesichtigungen anzusprechen.
Zunächst sah sich der Minister die Lindenstraße in Allenbach an, die die Stadtverwaltung gerne als Allee mit Kopfsteinpflaster erhalten und entsprechend erneuern möchte. Gegenüber einer herkömmlichen Sanierung mit Asphalt kostet diese ansprechende, traditionelle Erneuerung aber geschätzt mindestens dreimal so viel. Baudezernent Michael Kleber erkundigte sich daher nach Fördermöglichkeiten des Landes für ein solches Projekt.
Lutz Lienenkämper konnte den Hilchenbachern wegen der untergeordneten Bedeutung der Straße so gut wie keine Hoffnung auf Geld aus Düsseldorf machen. Auch wenn er eine genauere Prüfung zusagte, ist davon auszugehen, dass Hilchenbach bei dieser Straßenerneuerung, so oder so, ohne Förderung auskommen muss.
Denkmalschutz ja oder nein - Minister muss entscheiden!
Mehr Optimismus auf eine Lösung im Sinne der Stadtverwaltung verbreitete sich beim zweiten Ortstermin.

Dabei nahmen die Gäste (Foto oben, rechts neben Hans-Peter Hasenstab) das Gebäude Dammstraße 2 näher unter die Lupe. Hier muss der Minister in den nächsten Monaten eine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Landeskonservator und der Stadt Hilchenbach entscheiden.
Während das Amt für Denkmalpflege in Münster das Haus unter Denkmalschutz stellen möchte, sieht die Stadtverwaltung hierfür keine ausreichenden Anhaltspunkte. Aufgrund des sehr schlechten Zustandes des privaten Gebäudes sieht die Eigentümergemeinschaft die Zukunft ohnehin eher in einem Abriss, um in der Stadtmitte neue Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen. Baudezernent Michael Kleber machte daher die Bedenken der Stadt Hilchenbach gegen eine Unterschutzstellung deutlich.
Unterstützung erhielt die Stadtverwaltung dabei von Monika Brunert-Jetter, die als Kompromiss vorschlug, mögliche denkmalwerte Bestandteile des Hauses für die Nachwelt zu dokumentieren und anschließend einen Abriss zuzulassen.
Michael Kleber machte im weiteren Gespräch deutlich, dass sich die Stadtverwaltung keinesfalls gegen Denkmalschutz sperre, sondern ihn befürworte, wenn eine Unterschutzstellung wirklich gerechtfertigt sei. Als Beleg verweis der Baudezernent auf die über 170 eingetragenen Denkmale, die bezeugen, wie aktiv Stadt am Rothaarsteig in diesem Aufgabengebiet ist. An dieser Stelle erntete er Zustimmung von Lutz Lienenkämper, der betonte das Hilchenbach gerade wegen seiner gepflegten historischen Bausubstanz nicht nur regional, sondern sogar überregional bekannt sei. Bestes Beispiel sei der historische Marktplatz.
Hier hackte Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab ein, indem er deutlich machte, dass das Haus Dammstraße 2 eben nicht unmittelbar zum Marktplatz gehöre und damit das Argument des Landeskonservators, der hier starke Verbindungen sehe, nicht überzeuge.
Letztlich wollte sich der Bau- und Verkehrsminister erwartungsgemäß nicht festlegen. Er betonte lediglich, dass es für ihn wichtig gewesen sei, sich das Gebäude persönlich anzusehen, was ausdrücklich auch von der Stadtverwaltung erfreut zur Kenntnis genommen wurde. Außerdem sagte Lutz Lienenkämper eine möglichst schnelle Entscheidung zu, obwohl ein Ministerentscheid über den Denkmalschutz für ihn keine Routine ist: "Solche Fälle kommen ein bis zwei Mal pro Jahr vor."
Im März, spätestens aber im April wird der Minister seine Fachleute nach Hilchenbach schicken, damit diese ihr Urteil abgeben. Der augenscheinlich schlechte Zustand sei nicht maßgebend, denn das Denkmalwerte befinde sich unter der Oberfläche, machte Lutz Lienenkämper zur Erklärung deutlich.
Bei dieser Aussicht und dem bekannt schlechten Zustand des Gebäudes empfahl Hans-Peter Hasenstab, nicht zu viel zu kratzen...
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