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Adolf-Reichwein-Hauptschule
Großes Interesse an untypischen Berufen beim Girls- und Boys-Day 2009
Begeistert zeigte sich Burkhard Wagener im Rückblick auf die Aktivitäten "seiner" Schülerinnen und Schüler während des Girls- und Boys-Day 2009. Der für die Betreuung der Jugendlichen an diesem Aktionstag zuständige Lehrer der Adolf-Reichwein-Hauptschule hatte viele Arbeitsplätze selbst aufgesucht, um zu sehen, wie sich seine Schützlinge in untypischen Berufen verhalten.
Während der Girls-Day als bundesweiter Tag, an dem Mädchen Männerberufe kennen lernen können, schon länger bekannt ist, fand diesmal ganz im Sinne der Gleichberechtigung auch ein Boys-Day statt. Gleichberechtigung ist auch das richtige Stichwort, denn in Hilchenbach wurde der Aktionstag im Vorfeld durch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung, Inge Grebe, unterstützt, die weiß, wie wichtig es ist, dass insbesondere Frauen auch in Männerberufe einsteigen. In der Praxis bot sie allerdings einen Beitrag zum Boys-Day. An ihrer Seite durfte Martin Kraus einen Tag lang erleben, wie die Arbeit einer Gleichstellungsbeauftragten aussieht und natürlich durfte der Schüler auch selbst, zum Beispiel am Computer, mitarbeiten.

Für Ausgewogenheit im Rathaus sorgte Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab, der für diesen Aktionstag Sarah El-Meligey aufgenommen hatte. Die Schülerin begeleitete den Verwaltungschef zu Besprechungsterminen und zum Spatenstich beim Bike- und Skatepark Hilchenbach. Zur Abwechslung durfte sie sich auch mit dem Studium von Gesetzen beschäftigen. Insbesondere die Gemeindeordnung bot sich als Lesestoff an, da diese zahlreiche Vorschriften enthält, die die Arbeit des Bürgermeisters bestimmen.
Zwar sind Männer keine Gleichstellungsbeauftragten und Bürgermeisterinnen noch eher eine Seltenheit, aber so richtig typisch und beispielhaft für den Aktionstag sind die Berufe im Rathaus letztlich nicht. Geht es doch beim Girls-Day in erster Linie darum, Mädchen der Klassenstufen 5 bis 10 für technische und naturwissenschaftliche Berufe zu motivieren, um den Anteil der weiblichen Beschäftigten in den so genannten "Männerberufen" zu erhöhen. Auch den Jungen sollen am Aktionstag "neue Wege" aufgezeigt und Interesse für soziale Berufe bei den Schülern geweckt werden.
Schon eher typisch ist die Tätigkeit, die Marco Irle für Hallenbad, Turnhalle, Theater und Kino in Dahlbruch ausübt. Hier konnte Tatjana Stoljarcuk in die Arbeit als Haus- und Bühnenmeister hinein schnuppern. Dabei durfte durfte die Schülerin im Gebrüder-Busch-Theater auch schon einmal selbst ans Mischpult (Foto links).Neben den Angeboten der Stadtverwaltung hatte Burkhard Wagener für weitere Schülerinnen und Schüler Kontakte zu heimischen Firmen hergestellt. Die SMS Siemag bot 11 Schülerinnen und Schülern das Kennenlernen von Arbeitsplätzen an. Ebenso gewährte die Firma Schrag einigen Jugendlichen Einblick in die Tätigkeiten und Produktionsabläufe des Betriebs. Andere Schülerinnen und Schüler schlossen sich einfach Vater und Mutter oder anderen Angehörigen an, um deren typischen Berufe einmal mitzuerleben.

So entstand ein buntes Angebot und entsprechend abwechslungsreich war das, was Burkhard Wagener beim Besuch der Arbeitsplätze sehen konnte und von den Schülerinnen und Schülern erzählt bekam. Einige Jugendliche erlebten die Tätigkeit der Feuerwehr mit, andere waren in Kindergärten, Seniorenheimen oder in der Fachklinik für Neurologie einen Tag lang aktiv. Thyssen Krupp, Tedox, Holzhauer, die HILMA, Hoffmann Mechanik (Foto oben), die Rohre produzierende Firma Bender, Stahl- und Industriebau Nozar, Schneider OHG, Aronrot, Baustoff Hoffmann, der Baumarkt Profi Hundt, die Autowerkstatt Reifen Thomas (Foto unten), mehrere Autohäuser und Speditionen gehörten eben-so zu den Anlaufstellen wie der TÜV und die Bundeswehr.

Handwerk im traditionellen Sinne erlebten die Jugendlichen, die bei den Malermeistern Reber und Stahl oder beim Frisör in Dahlbruch tätig waren. Zahlreiche größere Einkaufsmärkte waren ebenso Einsatzorte der Jugendlichen wie kleinere Einzelhandelsgeschäfte, zum Beispiel die Tabakbörse Herrmann. Eine Gaststätte, das Kopierzentrum MM-Copy sowie eine Zahnarzt- und eine Tierarztpraxis unterstützen die Initiative zur Berufsorientierung ebenfalls. Auch für einen Aktionstag wie diesen eher ungewöhnliche Arbeitsplätze wie in einer Zeitarbeitsfirma oder bei einem Inkassobüro gehörten zu den Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler machen konnten.
Das Interesse in der Adolf-Reichwein-Hauptschule am Aktionstag war einfach riesig, konnte Burkhard Wagener ein wenig stolz berichten. Insgesamt 85 Jugendliche machten mit, wobei alle Klassen von 5 bis 10 vertreten waren. Erfreulich ausgewogen war auch das Verhältnis der Geschlechter. 45 Mädchen erlebten typische Männerberufe und 40 Jungen lernten eher Tätigkeiten von Frauen kennen. Für das große Interesse der Schüler an diesem Angebot hatten im Vorfeld die Klassenlehrerinnen und -lehrer insbesondere in den unteren Klassen gesorgt, betonte Burkhard Wagener die große Unterstützung, die er in der ganzen Hauptschule erfahren hatte.
Die Idee von Girls- und Boys-Day, Jugendliche über einen Schnuppertag zu ermutigen, neue Wege bei der Berufswahl zu gehen, ist aufgrund dieser Beteiligung voll aufgegangen. Burkhard Wagener hat jedenfalls viel Positives zu diesem außerschulischen Arbeitstag von seinen Schützlingen gehört.
Weitere Informationen:
Bildergalerie vom Girls- und Boys-Day 2009
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