Stadt Hilchenbach

Natur-Lernpfad

Frühjahrswanderung in den Hauberg von Ruckersfeld

Geheimzeichen im Hauberg entschlüsselt

Fotos und Bericht von der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein, Heimatverein Ruckersfeld e. V. und dem Zweckverband Naturpark Rothaargebirge 

Zu einer heimat- und naturkundlichen Wanderung durch die Gemarkung und den Hauberg in Ruckersfeld hatten der Ruckersfelder Heimatverein, die Biologische Station und der Zweckverband Naturpark Rothaargebirge geladen. Ortsvorsteher Friedhelm Stötzel begrüßte vor dem Backes und auf dem Dorfplatz die vielen Teilnehmer, darunter die Vorsteher der Haubergsgenossenschaft Ruckersfeld, Gerhard Hirsch, und der Waldgenossenschaft Oechelhausen, Friedhelm Schmidt sowie Peter Fasel von der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein.

Wie ein Musterbeispiel aus dem Lehrbuch spiegeln die zertalte Mittelgebirgslandschaft mit den schmalen Bachtälern, das dörfliche Ruckersfeld am Fuße des Rothaargebirges mit seinen schönen Fachwerkhäusern, die Feldflur und den von Haubergen geprägten Wald an den Hängen die historische Siedlungsstruktur im Siegerland. Hervorzuheben sind viele traditionell gestaltete Bauerngärten, das alte Backhaus, extensive Landwirtschaft und die bis heute genossenschaftlich betriebene Haubergswirtschaft. In den Hochwäldern aus Fichte hatte Kyrill vor zwei Jahren auch in Ruckersfeld und in den Nachbargemarkungen ziemlich aufgeräumt. So blieb eine lebhafte Diskussion zu Fragen eines zukunftssicheren Waldbaues und besser geeigneten Baumarten für die Hochwaldwirtschaft nicht aus.

Den Bergahorn als „Baum des Jahres 2009“ brachte Peter Fasel ins Gespräch und wies ihm die wasserzügigen Böden, steile und schattige Hänge sowie bachnahe Auen als beste und ertragreichste Wuchsorte zu. Die oft flachgründigen Hänge und Kuppen mit den mageren Böden sind, zumindest im Siegerland, kein Freund von Ahornarten.

Einige Wandererauf einem Feldweg bei der Frühjahrswanderung in Ruckersfeld

Bald war die Wandergruppe im ehemaligen Hauberg angelangt, der in den letzten zwei Jahren zur Brennholz- und damit zur krisensicheren Energieversorgung vielerorts eine deutliche Aufwertung erfahren hat. Mehrere regelmäßig am Weg entlang verteilte kleine Stöcke waren zum Teil farbig markiert und mit eigenartigen Zeichen versehen, die als Elemente germanischer Runen, ägyptischer Hieroglyphen oder römischer Zahlen gedeutet werden könnten.

Wie Haubergsvorsteher Gerhard Hirsch jedoch zu verstehen gab, sind diese Zeichen nur von Ortsansässigen wirklich zu verstehen. Hierzu hatte er eine Minitatur-Haubergsrute mitgebracht. Auf 4 Seiten stellt diese die 4 Stammjähne in Ruckersfeld dar. Darauf befanden sich auf jeder Seite diese Zeichen. Die Zeichen sind jeweils kennzeichnend für einen anteilsberechtigten Haubergsgenossen. Jede Familie hatte früher ein solches Haubergszeichen. Beim Aufteilen des Haubergs im Frühjahr entscheidet dann das Los, wer welchen Anteil erhält. Der Anteilseigner kann in jeder Genossenschaft, in der diese Zeichen noch verwendet werden, seinen Anteil dann mit einem Stock für ein Jahr markieren.

Gerhard Hirsch erklärt den Anwesenden anhand einer Haubergsrute die Bedeutung der Zeichen der Anteilseigner im Hauberg

Weitere Besonderheiten in den Gemarkungen Ruckersfeld und Oechelhausen wurden beispielhaft auf einer Etappe des insgesamt etwa 6,7 km langen Kulturhistorischen Lernpfades erläutert, der vom Zweckverband Naturpark Rothaargebirge gefördert wurde. Die 26 Tafeln und Stationen auf der gesamten Länge nehmen unmittelbar Bezug zur umgebenden Landschaft und machen Charakter und Geschichte der Landschaft erlebbar und erfahrbar. 

Aufgrund der aktuellen Berichterstattung blieb eine Diskussion über den Verlauf der geplanten FELS-Trasse, die über die Höhe zwischen Ruckersfeld und Grund führen soll, natürlich nicht aus. Nachvollziehbar skizzierte dann Ortsvorsteher Friedhelm Stötzel auch den Trassenverlauf und die beiden Varianten mit Brückenbauwerken im Gelände.

Die schöne Wanderung fand bei einem gemütlichen Kaffeetrinken und frisch gebackenem Schanzenbrot sowie selbst gemachtem Blechkuchen vor dem Backes ihren Ausklang. Die Bewirtung und das Backen führte Klaus Vitt mit Mitgliedern des Heimatvereins Ruckersfeld e.V. durch.

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Wichtige Links  •  Informationen zum Naturpark Rothaargebirge und zum verantwortlichen Zweckverband Naturpark Rothaargebirge

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Blick vom Natur-Lernpfad auf Ruckersfeld

Ansprechpartner:

Zweckverband Naturpark Rothaargebirge
Heinrich-Jansen-Weg 14
59929 Brilon

Telefon: 02961/943223
Telefax: 02961/943255

E-Mail: naturparke@hochsauerlandkreis.de