Lützel
Wissenswertes zur Geschichte von Lützel
Erstmals 1547/48 begegnet in einer Renteirechnung die Bezeichnung "umb den Ginsperg und Lutzelnn". Der Ortsname "Lutzelnn" findet somit erstmals 1547/48 Erwähnung, obwohl schon 1461 unter der Bezeichnung "Gyntzberg", 1505/06 "um den Ginsberg" und 1542 "Ginsberg" auf die Siedlung Lützel geschlossen werden kann. Der Ortsname wandelte sich von "Lutzelnn" (1547/48) über 1643 "Lutzeln" (1643) bis zum heutigen Lützel.Der Bereich Altenteich erscheint bisher erstmals 1622 mit dem "newen Osemuntshammer vffm alten Deich", in dem nach einem besonderen Verfahren Eisen erzeugt wurde, welches die Drahtziehereien benötigten. Eine Mühle wurde 1629 und 1636 erwähnt, die von Henrich Stöcker, dem Müller in Altenteich, betrieben wurde.
1690 hatte Lützel 21 Häuser und eine Zollstelle für den Warenverkehr. Belastet war der Ort mit dem Zehnten und anderen Abgaben für die Landesherrschaft. Wegen der Lage auf einer Hochebene und den ausgesetzten Winden entwickelte sich der Ort nur recht langsam. Land- und Holzwirtschaft standen deshalb im Vordergrund. Erst nach dem Bau der Wittgensteiner Landstraße zwischen 1830 und 1835 entwickelte sich Lützel weiter. Wohnhäuser entstanden und förderten somit die Bevölkerungsentwicklung. Mit dem Eisenbahnbau und der 1887 errichteten höchsten Eisenbahnstation des südwestfälischen Raumes auf einer Höhe von 555,45 Meter über NN entstand ein weiterer Aufschwung für das Höhendorf.
Nicht zuletzt die Errichtung einer Chemischen Düngerfabrik im Jahr 1893, deren Betrieb im Frühjahr 1972 eingestellt wurde, sowie einer Holzwollfabrik (1903), verbesserten das Arbeitsangebot. Mit der Errichtung des Gillerturmes 1892 durch die Abteilung Hilchenbach des Sauerländischen Gebirgsvereins wurde in unmittelbarer Nähe der Ruine Ginsburg dem aufkommenden Fremdenverkehr Rechnung getragen. Eine Wendeltreppe aus Riffelblech führt über eine Zwischen-Plattform hinauf auf die Aussichtsplattform. Der Gillerturm wurde 1990 in die Denkmalliste eingetragen.
Der Wintersport darf aber auch nicht vergessen werden, der sich schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte, verbunden mit dem Bau der ersten Sprungschanze im Siegerland und dem ersten großen Skifest im Jahr 1912. Nach wie vor ist Lützel noch immer ein beliebter Höhenort und Ausgangspunkt für Wanderungen, so auch führ den bekannten Rothaarsteig.
zurück

