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21. Januar 2022

Kreis Siegen-Wittgenstein

Broschüre „(K)ein Dach über dem Kopf?!“

Landrat Andreas Müller: Bessere Unterstützung durch intensive anbieter- und behördenübergreifende Zusammenarbeit

Im Jahr 2020 waren im Kreis Siegen-Wittgenstein rund 580 Personen wohnungslos. Das geht aus der integrierten Wohnungsnotfall-Berichterstattung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW hervor. „Die Betroffenen sind oft Personen im mittleren Alter. In der Regel sind mehr Männer als Frauen von Wohnungslosigkeit betroffen“, erklärt Angelika Gerhard, Sozialarbeiterin für das Ambulant Betreute Wohnen der Johanniter im Regionalverband Südwestfalen. 

Die Gründe für Obdachlosigkeit oder drohende Wohnungslosigkeit sind sehr vielschichtig. Psychische Probleme, Sucht- und andere Erkrankungen, eine Scheidung oder auch äußere Umstände wie beispielsweise die Corona-Pandemie können einen Jobverlust nach sich ziehen. Eine längere Zeit ohne Job und festes Einkommen führt wiederum unter Umständen dazu, dass die Miete nicht mehr gezahlt werden kann. Aus Angst vor Mahnungen wird dann die Post nicht mehr geöffnet. Die persönliche Überforderung wächst. Da wieder heraus zu kommen, wird immer schwieriger. „Häufig befinden sich die Betroffenen in einer Abwärtsspirale, die sich immer schneller dreht. Aus der kommen sie alleine nicht mehr heraus“, erklärt Angelika Gerhard: „Gibt es dann kein soziales Umfeld, das die Menschen auffängt, fallen sie ins Leere“.

Verschiedene Anlaufstellen im Kreisgebiet bieten Betroffenen Unterstützung zur Sicherung und Verbesserung ihrer Lebenssituation. Der Kreis Siegen-Wittgenstein hat jetzt in Zusammenarbeit mit den elf Städten und Gemeinden, also auch der Stadt Hilchenbach, sowie dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem Jobcenter Siegen-Wittgenstein und Sozialverbänden und Initiativen wie Diakonie in Südwestfalen, Johanniter, Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Alternative Lebensräume (ALF) die Broschüre „(K)ein Dach über dem Kopf?!“ erarbeitet. In der Broschüre erfahren Betroffene, an welche Stellen sie sich für Unterstützung wenden können und finden entsprechende Ansprechpartner und Kontaktdaten für die einzelnen Regionen im Kreisgebiet. „Unser aller Ziel ist eine bessere Unterstützung und Versorgung der Menschen in Siegen-Wittgenstein durch eine intensive anbieter- und behördenübergreifende Zusammenarbeit, um damit allen Menschen, unabhängig ihrer aktuellen Lebenslage, Teilhabe zu ermöglichen“, betont Landrat Andreas Müller.

Die Unterstützung für Betroffene kann ganz unterschiedlich aussehen. „Wir helfen, wenn die Wohnsituation in Gefahr ist, oder wenn die Person schon wohnungslos geworden ist“, erklärt Angelika Gerhard. „Dazu zählt zum Beispiel Hilfe bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, bei Umzügen oder dem Beantragen von Arbeitslosengeld, Grundsicherung und Rente.“ Bei Bedarf wird auch Begleitung zu Behörden, Ärzten und Therapeuten oder zum Einkaufen angeboten und das Gespräch mit Vermietern gesucht. Die unterschiedlichen Unterstützungsangebote der Träger sind ebenfalls in der Broschüre aufgeführt. „Schon die kleinsten Dinge können positive Auswirkungen haben“, so Angelika Gerhard. „Wichtig ist dabei nur, dass man sich auch wirklich helfen lassen möchte.“

Die Broschüre „(K)ein Dach über dem Kopf?!“ gibt es unter anderem bei der Diakonie in Südwestfalen, den Johannitern, der AWO und Alternative Lebensräume, in den Sozialkaufhäusern Heidenberg, Geisweid, Kreuztal und Freudenberg, den Jobcenter-Standorten aller Kommunen im Kreisgebiet, also in Hilchenbach im Rathaus, bei der Siegener Tafel, dem sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises und in den Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises. Auch unter www.siegen-wittgenstein.de kann die Broschüre eingesehen und heruntergeladen oder bei Lars Stremmel von der Kreisverwaltung (Tel.: 0271 333-1751, l.stremmel@siegen-wittgenstein.de) angefordert werden.

Quelle: Kreis Siegen-Wittgenstein