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28. Februar 2019

Attraktivität der Innenstädte

Zentrumsmonitor der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen

2018 hatte die IHK Siegen eine umfassende Studie in den Städten und Gemeinden der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe erstellen lassen. Grundsätzliche Fragestellung war dabei, wie sich die Attraktivität in den Innenstädten steigern und damit der Einzelhandel stärken lässt. Der als Ergebnis entstandene sogenannte Zentrumsmonitor soll nun den Kommunen in erster Linie mögliche Handlungsfelder aufzeigen.

Wesentliche Grundlage der Studie war die Befragung der Menschen vor Ort in allen 18 Städten und Gemeinden. Dadurch, dass die Umfrage gleichlautend erfolgte, ergibt sich auch eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse in den Kommunen.

Um sich aus erster Hand informieren zu lassen, hatte die Stadt Hilchenbach die IHK Siegen eingeladen, die Ergebnisse in einer öffentlichen Veranstaltung zu präsentieren.

Am 17. Januar begrüßte der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehrsplanung, Michael Stötzel, im Hilchenbacher Ratssaal einige Interessierte. Neben Bürgermeister Holger Menzel, Stadtrat Udo Hoffmann, dem Stabsstellenleiter und Wirtschaftsförderer Kyrillos Kaioglidis und dem Fachbereichsleiter Bürgerdienste Hans-Jürgen Klein nahmen auch zahlreiche Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses sowie einige Gewerbetreibende an der Informationsveranstaltung teil. In seiner Begrüßung betonte Michael Stötzel, dass viele Städte gerade im ländlichen Raum vor bedeutenden strukturellen Herausforderungen bezogen auf ihre Zentren stehen. Daher ist das Interesse an Lösungen zur Verbesserung der Situation groß. Entsprechend wichtig sieht Michael Stötzel den Zentrumsmonitor als Handlungsempfehlung an.

Für die IHK erläuterte Marco Butz (Foto unten) in seinem Vortrag zunächst die Vorgehensweise bei der Studie. In Hilchenbach hat man sich in Abstimmung mit der Stadtverwaltung auf die Befragung in der Stadtmitte von Alt-Hilchenbach konzentriert. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Ergebnisse in Nebenzentren wie Allenbach, Dahlbruch oder Müsen durchaus anders aussehen könnten. Befragt wurden im Frühjahr 2018 insgesamt 192 Besucher der Stadt und auch Anwohner/innen. Damit ist durchaus eine gute Repräsentativität der Umfrage gegeben.


Bei den Ergebnissen hob Marco Butz hervor, dass Hilchenbach bei der Gebäudearchitektur und auch dem gesamten Ambiente in der Innenstadt gut abschneidet. Stärken sind die Parks und Grünflächen, die Parkmöglichkeiten sowie auch Kleinigkeiten wie attraktive Sitzgelegenheiten. Spitzenreiter in der Umfrage ist die Stadt am Rothaarsteig sogar beim gastronomischen Angebot der Restaurants rund um den Marktplatz.

Weniger gut beurteilt wird demgegenüber zum Beispiel das Einzelhandels- und Warenangebot insgesamt. Auch fehlt die Identifikation der Befragten mit „ihrer“ Stadt. Sogar Schlusslicht im Vergleich mit den anderen Städten und Gemeinden ist die Hilchenbacher Stadtmitte bei der Lebendigkeit. Aufgrund der fehlenden Attraktivität neben den Geschäften empfinden die meisten Befragten hier auch kein Einkaufserlebnis. Weitere Folge ist, dass die Menschen in Hilchenbach selten einkaufen, meistens sogar weniger als einmal im Monat. Dagegen werden die sehr gut bewerteten Restaurants deutlich häufiger aufgesucht.

Marco Butz machte in diesem Zusammenhang an einem Beispiel nochmals deutlich, dass in den anderen Stadtteilen deutlich abweichende Ergebnisse zu erwarten sein könnten. In der Dahlbrucher Ortsmitte mit seinem attraktiven Kultur- und Freizeitangebot könnte die Bewertung für das „Rahmenangebot“ rund um den Einkauf deutlich positiver ausfallen. Diesbezüglich bot er an, die IHK-Befragung auf andere für das Einkaufen bedeutende Stadtteile wie Allenbach, Dahlbruch und Müsen auszuweiten, um ein Gesamtbild für die ganze Stadt Hilchenbach zu erhalten.

Ein weiteres Thema war die Bedeutung des Internet-Handels als Konkurrenz zum Vor-Ort-Einkaufen. Hierzu hatte nach Marco Butz die Studie ergeben, dass die Hilchenbacher Befragten relativ wenige Einkäufe online tätigen. Viel häufiger sind wegen der dort deutlich größeren Produktauswahl die Städte Siegen und Kreuztal das Ziel. Dadurch erklärt sich auch der bekannt sehr große Kaufkraftabschluss aus Hilchenbach.

Im Anschluss an den Vortrag erfolgte ein reger Austausch zu den Stärken und Schwächen der Stadtmitte und den Herausforderungen, denen sich Hilchenbach stellen sollte.

Kyrillos Kaioglidis betonte in diesem Meinungsaustausch, dass sich die Stadt Hilchenbach bereits mit einigen Aktivitäten, wie zum Beispiel der Bereitstellung von Freifunk auf dem Marktplatz, dafür einsetzt, attraktive Rahmenbedingungen für den Einkauf in der Stadtmitte zu schaffen.

Wer Interesse an genaueren Informationen zum IHK-Zentrumsmonitor hat, findet den Vortrag von Marco Butz zu Hilchenbach als Download zum Herunterladen und einen Link zur Studie und deren kompletter Ergebnisse rechts.