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20. Oktober 2021

Kultur-/Erlebnis- und Bildungsreise
"Gedenkstättenfahrt nach Berlin"

Demokratie ist nicht selbstverständlich
Gedenkstättenfahrt nach Berlin

Demokratie ist nicht selbstverständlich – das wurde auf einer Gedenkstättenfahrt nach Berlin deutlich: Auch in diesem Jahr ist eine interessierte Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener auf Gedenkstättenfahrt des Kinder- und Jugendbüro der Stadt Hilchenbach gefahren, um sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland und dessen immerwährenden Bedeutung auseinanderzusetzen. Unter Beachtung der Corona-Regeln und mit Hygienekonzept sind 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter Leitung von Heike Kühn, Moritz Hein und Lara Hommert nach Berlin gereist. Die Gedenkstättenfahrt fand in Kooperation mit dem Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein e.V. statt mit Fördermitteln aus dem Landesjugendplan des Landes NRW.

Beim Studientag in der Gedenkstätte Sachsenhausen wurden Einzelschicksale aufgearbeitet. Die Lebensumstände der Häftlinge und der grobe Tagesablauf im Konzentrationslager, wurden bei einer Führung anhand noch stehender Baracken und anderen echten Schauplätzen nähergebracht. Zuerst wurde das Leben vor der Deportation beleuchtet und im nächsten Teil das Leben im Lager, wobei große Unterschiede zwischen den Opfern und deren Haftgründe festgestellt wurden.

Intensiver konnten sich die Teilnehmenden Biographien bei der Gedenkstätte „Stille Helden“ beschäftigen, wo über das Leben einzelner Widerstandskämpfer informiert wird.

Eine Stadtführung mit dem Titel „Jüdisches Leben in Berlin“ leitete die Gruppe zu verschiedenen historischen Orten und Gebäuden, an denen teilweise jetzt Denkmäler stehen, wie zum Beispiel am Ort der Alten Synagoge. Die Geschichte dahinter zeigte, dass auch kleiner Widerstand großes bewirken konnte und kann. Beendet wurde die Führung mit emotionalem Gesang der Stadtführerin und Autorin Carolyn Gammon vor der Neuen Synagoge.

Bei der Tour durch das Olympiastadion mit dem Titel „Olympia unterm Hakenkreuz – Spiele mit dem Tod“, wurde allen bewusst, „dass die Nazis wirklich die ganze Welt beherrschen wollten“, da über die Zukunftspläne der Nationalsozialisten gesprochen wurde.

Den letzten Abend ließ die Gruppe mit einem kulturellen Angebot ausklingen. Beim „Story Slam“ der Kiezpoeten im Kulturkaufhaus Dussmann, konnte die Gruppe Einblicke in verschiedene Werke, die teilweise noch nicht fertiggestellt sind, direkt von den Autoren erhalten. Vorhandene Werke wurden mit Begeisterung gekauft.

Am letzten Tag informierten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Besuch der Ausstellung „Topographie des Terrors, Niederkirchnerstraße“ über die grausame Geschichte des Ortes.

Bei einer abschließenden Auswertung wurde allen bewusst, dass die Gedenkstättenfahrt ganz neue Eindrücke und Perspektiven verschafft hat und dass Aufklärungsarbeit weiterhin sehr wichtig ist. Die Biographien sowie auch die Schicksale, die bestimmte Gruppen betroffen haben, haben alle sehr zum Nachdenken veranlasst und gezeigt, dass „Demokratie und Gleichberechtigung nicht selbstverständlich in der Gesellschaft sind; man muss immer dafür kämpfen“, wie die Teilnehmenden resümieren.

Alle sind sich außerdem einig: Die bei der Fahrt gesammelten Erfahrungen gehen weit über das gelernte Wissen in der Schule hinaus und ermöglichen weitaus tiefere Einblicke.