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04. Februar 2022

Gleichstellung

Internationaler Tag "Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung"
Region beteiligt sich mit thematischen Büchertischen

Weltweit wird seit 2012 jährlich am 6. Februar der Internationale Tag „Null Toleranz bei weiblicher Genitalverstümmelung“ begangen.

Die Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ initiiert diesbezüglich eine deutschlandweite Büchertischaktion. So soll auf das Schicksal von Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht werden, an denen Genitalverstümmelungen vorgenommen wurden oder auf diejenigen, die davon bedroht sind. 


An dieser Büchertischaktion beteiligt sich in diesem Jahr auch die hiesige Region, vertreten durch die Gleichstellungsbeauftragten der Städte Hilchenbach und Kreuztal, Annette Kreutz und Monika Molkentin-Syring und das Frauen-Forum Siegen-Wittgenstein.

Ab Mittwoch, 2. Februar 2022, stehen die entsprechenden Büchertische unter anderem in der Stadtbücherei Hilchenbach, der Stadtbibliothek Kreuztal, der Buchhandlung „bücher buy eva“ in Hilchenbach und der Alpha-Buchhandlung in Siegen bereit.



Hintergrund der Aktion

Alle elf Sekunden wird irgendwo auf der Welt ein Mädchen Opfer von Genitalverstümmelung oder „Female Genital Mutilation“, kurz FGM. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF sind weltweit über 200 Millionen Frauen und Mädchen betroffen und drei Millionen Mädchen bedroht, vor allem im nördlichen Afrika, aber auch in südostasiatischen Ländern und im Mittleren Osten.

Laut der letzten Dunkelzifferstatistik aus dem Jahr 2020 von „Terre des femmes“ leben in Deutschland fast 75.000 von weiblicher Genitalverstümmelung betroffene Mädchen und Frauen und rund 20.000 Mädchen in Deutschland sind gefährdet. Das sind alarmierende Zahlen. Seit September 2013 wird die Durchführung von weiblicher Genitalverstümmelung als Straftat nach Paragraph 226a Strafgesetzbuch eingestuft und gilt als schwere Körperverletzung, die mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet wird. Auch dann, wenn die schädliche Praktik im Ausland durchgeführt wird.

„Es ist deshalb ganz wichtig, dass Betroffenen oder von Genitalverstümmelung bedrohten Mädchen und Frauen Maßnahmen an die Hand gegeben werden, wie zum Beispiel der Schutzbrief der Bundesregierung, den sie auf Reisen mit sich führen“, betonen die Initiatoren der Aktion.

„Um die weibliche Genitalverstümmelung zu enttabuisieren und diese schwere Menschenrechtsverletzung zu beseitigen, benötigt es fundiertes Wissen zu den gesundheitlichen, psychischen und sozialen Konsequenzen aber auch zur rechtlichen Situation. Denn erst wenn die Gesellschaft hinreichend aufgeklärt ist, kann gegen die weibliche Genitalverstümmelung vorgegangen werden“, heißt es von den Veranstalterinnen weiter.