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06. Mai 2021

Tourismus

20 Tage Countdown für 20 Jahre Rothaarsteig – Ein Rückblick

Er war der erste seiner Art, der Vorreiter, das Premiumprodukt und heute wird er 20 Jahre alt: Der Rothaarsteig. 20 Tage lang wurde auf dem Instagram-Account der Stadt Hilchenbach deswegen an den „Weg der Sinne“, der für Hilchenbach nicht mehr weg zu denken ist, erinnert. 

„Abwechslungsreich“, „naturnah“ und „gute Orientierung durch gute Infrastruktur“. Mit diesen knappen Worten beschreibt Bürgermeister Kyrillos Kaioglidis den 154 km langen Rothaarsteig, der das Leben in Hilchenbach spürbar verändert hat. Vor allem im touristischen Bereich sei die Einführung des ersten Fernwanderwegs damals ein absoluter Höhepunkt gewesen. Aber auch heute kämen dank des Rothaarsteigs mehr Menschen in die Stadt. Für ihn gib es zweifelsohne ein Leben in Hilchenbach „vor dem Rothaarsteig“ und „nach dem Rothaarsteig“. Das beste Beispiel dafür sei die Gastronomie, die direkt davon betroffen sei. Das kann auch Heidi Leyener vom Hotel Restaurant „Ginsberger Heide“ bestätigen.

Seitdem der Rothaarsteig im Jahr 2001 feierlich eröffnet wurde, hat sie ihr Personal immer wieder aufgestockt und ihre Mitarbeiter speziell für die Wandergäste besonders geschult. Zwar sei Siegen-Wittgenstein schon immer eine Wanderregion gewesen, aber als der Rothaarsteig plötzlich durch den Ort führte, waren auch die Anwohner in Lützel an den vielen Touristen interessiert. Die fremden Wanderer reisten hauptsächlich aus ganz Deutschland an. Im Hotel Ginsberger Heide hat Heidi Leyener in den letzten 20 Jahren auch schon internationale Gäste aus China oder Florida beherbergt. 

Auch der Wandersport habe sich in den letzten Jahren verändert und modernisiert, sagt sie. „Outdoor-Kleidung in bunten Farben ist in. Deshalb sieht man auf den Wanderwegen mehr junge Leute und auch Familien mit Kindern.“ Gerade für die Letztgenannten ist der Rothaarsteig attraktiv und schon längst kein reiner Wanderweg mehr. Links und rechts des Weges gibt es für die Kleinsten allerhand zu sehen: Der Kleine Rothaar an der Ilsequelle bei Bad Laasphe, die Ferndorfquelle, die berühmten Waldsofas und natürlich die Ginsburg.

Auch gute Rast- und Einkehrmöglichkeiten und die gute Beschilderung entlang der Strecke steigerten die Attraktivität des Fernwanderweges, meint Bürgermeister Kyrillos Kaioglidis. Das knallrote Wanderzeichen, das „liegende R“, das direkt auf die Bäume gepinselt wurden, war damals neu und innovativ.

Dass es trotz der guten Beschilderung hier und da mal zu Orientierungsschwierigkeiten kommt, ist aber wohl unvermeidbar. Unzählige Male musste Heidi Leyener von der Ginsberger Heide mit ihrem Shuttlebus verirrte Wanderer im Wald aufgabeln. Die Geschichte, bei der eine Wandergruppe die präzise Ortsbeschreibung „Wir stehen hier auf einer großen Wiese mit einem großen Baum“ per Telefon angab, ist ihr bis heute gut in Erinnerung geblieben. Dank ihrer eigenen guten Ortskenntnis konnte sie die Truppe jedoch eine Viertelstunde später im Wehbachtal einsammeln.

Aber nicht nur hoch oben auf der Lützel ist das Rothaarsteig-Feeling greifbar. Das Motto „Hilchenbach-Leben am Rothaarsteig“ gilt für das gesamte Stadtgebiet. Auch in Müsen prangt das „liegende R“ an vielen Pfosten. Allerdings nicht in knallrot, dafür aber in goldgelb als Zeichen für den 14,5 km langen Zubringerweg, der unverkennbar an der Ortsmitte beginnt und neben dem Stahlbergmuseum auch am Waldrastplatz „Wigrow“ vorbeiführt. 

Zum 20. Geburtstag lohnt sich definitiv auch ein Blick zurück zum Anfang. Zu jenem regnerischen 6. Mai 2001, an dem die feierliche Eröffnung des Rothaarsteigs an der Ginsburg stattfand. Trotz des typischen Siegerländer Wetters dürften viele Beteiligte die damalige Stimmung – das Aufstellen des neuen Wegweisers und den Moment als „Mutter Beimer“ aus der Lindenstraße auf dem ersten Waldsofa Platz nahm –  sicherlich noch in bester Erinnerung haben. 

In diesem Sinne:

Happy Birthday, Rothaarsteig! Auf die nächsten 20.