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Verabschiedung Schiedspersonen

Verabschiedung von Gabriele Franke und Emil Röther

Über 20 Jahre, ist Gabriele Franke im Schiedsamt aktiv gewesen und auch ihr Weggefährte als Stellvertreter, Emil Röther, blickt bereits auf eine über 10jährige Tätigkeit zurück.

Beide verabschiedete Bürgermeister Holger Menzel am 19. April mit einem „Danke schön“ für das langjährige ehrenamtliche Engagement. Einleitend betonte der Verwaltungschef, dass „Recht haben und Recht bekommen wollen“ in unserer Gesellschaft leider immer wichtiger wird. Als typische Fälle machte Holger Menzel hierbei die Nachbarschaftsstreitigkeiten aus.

Dies konnte Gabriele Franke rückblickend auf ihre Tätigkeit als Schiedsfrau nur bestätigen. Sie erinnerte sich an interessante und teilweise sehr merkwürdige Fälle, bei denen es in den Verhandlungen durchaus auch schon mal etwas lauter zuging. Umso erfreulicher hat sie die Erfolgserlebnisse in Erinnerung, wenn sie eine Einigung zwischen den „Streithähnen“ erreichen konnte. Sie betonte, dass die gute Zusammenarbeit mit Emil Röther ein wichtiger Schlüssel für diesen Erfolg war. Grundsätzlich haben die beiden die Verhandlungen gemeinsam und als eingespieltes Team bestritten. Neben den häufigen Nachbarschaftsstreitigkeiten erinnerte sich Emil Röther, dass Beleidigungen und Ruhestörungen zu den „üblichen“ Anlässe einer Schiedsangelegenheit gehörten.

Jürgen Otto merkte als Vorsitzender an, dass die Bezirksvereinigung Siegen des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen e. V. die Öffentlichkeitsarbeit in den letzten Jahren bewusst verstärkt hat, um auf die sinnvolle Tätigkeit im Schiedswesen aufmerksam zu machen. Außerdem betonte er die Erfolgsquote, wonach in Schiedsverhandlungen in ungefähr 65 % der Fälle eine Einigung erreicht werden konnte. Jürgen Otto dankte Gabriele Franke und Emil Röther für ihren vorbildlichen Einsatz. Besonders lobte er das ansonsten eher unübliche „Hilchenbacher Modell“, also die Vorgehensweise, dass die beiden Schiedsleute die Verhandlungen gemeinsam geführt haben. Jürgen Otto empfahl den Nachfolgern Rainer Jung und Rolf Skale als dessen Stellvertreter dies fortzusetzen und merkte an: „Ich freue mich sehr, dass die Stadtverwaltung mit Ihnen beiden wieder sehr engagierte und qualifizierte Schiedsleute für Hilchenbach gewonnen hat.“

Auch Bürgermeister Holger Menzel ist überzeugt, dass das Schiedswesen „bei den beiden bekannten Hilchenbacher Persönlichkeiten als Nachfolger in gute Hände übergeht.“ Dies geschah dann auch praktisch, indem Gabrielle Franke das Protokoll- und das Kassenbuch an Rainer Jung übergab.

Der neue Schiedsmann merkte an, dass er bereits einen Lehrgang besucht und seine Tätigkeit bereits mit einem ersten Fall aufgenommen hat. Mit Rolf Skale steht ihm ein sehr erfahrener Verwaltungsmann zur Seite. Nicht zuletzt hat dieser als Ordnungsamtsleiter der Stadt Hilchenbach die Arbeit der Schiedsleute jahrelang positiv begleitet.

Der für das Schiedsamtswesen leitend verantwortliche und zuständige Direktor des Amtsgerichts Siegen, Dr. Paul Springer, betonte den Hauptsinn dieser Aufgabe aus seiner persönlichen Sicht: „Sie machen ihren Bürgerinnen und Bürgern vor Ort das Angebot, sich mit ehrenamtlicher Arbeit in Streitigkeiten vor Ort mit wenig Aufwand und Kosten zu einigen. Das sollten die Menschen beachten und nutzen!“ Zu seiner eigenen Arbeit merkte er an, dass die Fälle vor dem Amtsgericht eher rückläufig sind, aber die Richter vermehrt mit sehr „ungewöhnlichen Typen“ zu tun haben, so dass die einzelnen Angelegenheiten sehr arbeitsintensiv sind. Eine Einschätzung, die die Schiedsleute bestätigen konnten.

Abschließend überreichten Holger Menzel, Jürgen Otto und Dr. Paul Springer im Beisein von Stadtrat Udo Hoffmann den ausscheidenden Gabriele Franke und Emil Röther Urkunden und kleine Geschenke.