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Filmreihe KinoKino - Frauen in starken Rollen

„Battle of the Sexes“ im Kino und auf der Filmbühne

Chancen im Sport - 50:50 ist noch lange nicht erreicht!

Natalie Rittgasser, Referentin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für Chancengleichheit und Diversity, Ina Kaplan als 11-fache deutsche Meisterin im Billard und einzige Spielerin in der deutschen Bundesliga, Christiane Vogel, Frauenreferentin des Karateverbandes NRW (KDNW), Kerstin Stahl, Mediatorin und Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Burbach und Gewaltschutztrainer Oliver Lütz vom Zanshin-Siegerland e.V. standen zum übertragenen Filmthema „Battle of the Sexes“ den kritischen und zum Teil entlarvenden Fragen nach Chancengleichheit von Frauen und Männern im Sport, Annette Kreutz und Monika Molkentin-Syring Rede und Antwort.

Ungefähr 100 Besucherinnen und Besucher hatten zudem vor der Veranstaltung die Möglichkeit, sich im Rahmen der Ausstellung im Foyer des Kinos über die Aktivitäten im Sport und bei der Gleichstellungsstelle zu informieren und selbst ihre „Schlagfertigkeit“ auszutesten.

Frau Rittgasser, zuständig u.a. für die DOSB-Aktion „Starke Netze gegen Gewalt“, beleuchtete die derzeitige Situation von Frauen in Sportdeutschland, nahm Stellung zur bildhaften Darstellung von Frauen und Männern in den Sportmedien und zur aktuellen #MeToo-Debatte. „Die Diskussionen um Grenzüberschreitungen sind auch eine Frage nach der Kultur in den Sportverbänden und –vereinen und es ist ein wichtiges Thema, überall! Eine öffentliche Debatte und Transparenz darüber, wie wir miteinander umgehen und welche Werte wir leben, sind hierbei unverzichtbar“, davon ist Frau Rittgasser überzeugt.

Von der „Kneipen-Spielerin“ zur Deutschen Meisterin, Ina Kaplan ist 11-fache deutsche Meisterin im Billard, einzige Spielerin in der deutschen Bundesliga und dreifache Vize-Europameisterin. Sie hat eine glänzende sportliche Karriere in einem Männersport absolviert. Als Vorbild ist sie in der Billardwelt sehr geschätzt, und spricht z.B. mit dem „Autohaus-Keller-Cup“ auch gezielt Frauen in der Region an. „Eine gewisse Arroganz gegenüber den wenigen Frauen im Billardsport ist teilweise spürbar, doch die Leistungen werden immer besser und auch die Anzahl an Billardspielerinnen erhöht sich stetig“, da ist sich Kaplan sicher. „Intelligentes und vorausschauendes Spiel imponiert auch den Männern.“ Ihr persönliches Ziel ist es Europameisterin zu werden!

Christiane Vogel ist als Frauenreferentin Mitglied im erweiterten Präsidium des KDNW und wird regelgemäß in die Vorstandsarbeit eingebunden. Ein Landesfrauentag mit allen Vertreterinnen der Mitgliedsvereine findet Anklang und die Beschlüsse finden im Präsidium Gehör.

Dieser Tag schließt jährlich an eine Lehrgangsreihe für Frauen und Mädchen an, welche angstfreies Kämpfen zum Thema hat. Des Weiteren organisiert sie jährlich für die weiblichen Mitglieder Selbstverteidigung und Selbstbehauptung mit praktischen und mentalen Einheiten. Außerdem wird aktuell, und später für alle Vereine nutzbar, ein Leitfaden zur Prävention von sexualisierter Gewalt im Karatesport erstellt.

Kerstin Stahl berichtete vom Vereinsleben aus dem ländlichen Raum des Südsiegerlandes und konnte mit Besonderheiten aufwarten: Erfolgreich im Sport gibt es Schachspielerinnen, Kraftdreikämpferinnen und Frauen im Trialsport. Mit dem Angebot des „Moxing“ (enthält Boxen) beschreitet Burbach Neuland, ebenso mit der Nominierung einer Torschützenkönigin. Besonders hervorzuheben ist ein öffentlicher Kunstrasenplatz für Badminton, den sehr gerne auch Mädchen und Frauen nutzen. Hier wünschte sich Stahl zu den bestehenden Bolzplätzen in den Ortsteilen auch je einen modernen Badmintonplatz. Der Aufschlag ist in Burbach jedenfalls schon getan!

Mediations-Anfragen zu Gewalt, Mobbing oder #MeToo im Sportwesen der Gemeinde gab es bisher nicht. Für Anfragen steht sie aber grundsätzlich zur Verfügung.

Zur Gewalt gegen Frauen und Kinder sagte Oliver Lütz: “Wir brauchen mehr Ronja Räubertöchter und weniger Prinzessinnen, damit Frauen und Mädchen sich besser gegen Gewalt wehren können.“ Jungs sind lauter sowie bewegungs- und rauffreudiger, sie können sich erziehungsbedingt eher wehren. Innerfamiliäre Übergriffe oder solche in sportlichen oder schulischen Einrichtungen sind dabei immer besonders perfide und für Mädchen und Jungs gleichermaßen schlimm.

Gewaltprävention ist Oliver Lütz auch als Vater eine Herzensangelegenheit, deshalb engagiert er sich aktiv im Rahmen der DOSB-Aktion „Starke Netze gegen Gewalt“ und ist dafür mit seinem Verein schon mehrfach ausgezeichnet worden.

Die Filmreihe KinoKino-Frauen in starken Rollen beendet das Jahr 2018 mit 1120 Besucherinnen und Besuchern, und so lange es Menschen gibt, die behaupten, dass Frauen ins Schlafzimmer und in die Küche gehören – so lange werden wir mit Filmgästen über die Gleichstellung, den Respekt und die Wertschätzung in allen Lebensbereichen sprechen.


Filmreihe KinoKino – Frauen in starken Rollen zeigt: „Battle of the Sexes“

Das Publikum kann sich auch bei der nächsten Filmvorführung auf "Event-Kino" der außergewöhnlichen Art freuen. Vergnüglich schildert „Battle of the Sexes“ den legendären (Tennis-) Geschlechterkampf zwischen der weltbesten Tennisspielerin Billie Jean King und ihrem Herausforderer Bobby Riggs – auch dies ist ein Stück Feminismus-Geschichte!

Montag, 14. Mai, ab 19 Uhr Uhr

im Viktoria-Kino, Bernhard-Weiss-Platz 6, Hilchenbach-Dahlbruch

Im Rahmenprogramm wird wie gewohnt im Foyer des Viktoria-Kinos einiges geboten:

Der Eintritt für das Parkett kostet weiterhin 6 Euro, der Platz auf dem Balkon 8 Euro.

Ob bei Olympia oder vor Ort – Gleichstellung, Respekt und Wertschätzung im Sport! Diskutieren Sie mit!

Neben der Filmvorführung „Battle of the Sexes“ diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Sport und Kommune über die Themen „Gleichstellung im Sport und gewaltfreier Raum“.

Diskussionsrunde mit:

  • Natalie Rittgasser, Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB)
  • Ina Kaplan aus Siegen, mehrfache Deutsche Meisterin im Billard und einzige Frau in der Billard-Bundesliga, Veranstalterin/Ausrichterin des „Autohaus Keller Cup“
  • Oliver Lütz, Gewaltschutztrainer Karateverein Zanshin-Siegerland
  • Kerstin Stahl, Mediatorin und Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Burbach
  • Christiane Vogel, Frauenreferentin Karateverband NRW (KDNW)

KinoKino-Frauen in starken Rollen ermuntert mit dem letzten Film „Battle of the Sexes“ gemeinsam mit dem Karateverein Zanshin-Siegerland und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auch strukturell an der Gleichbehandlung von Frauen im Sport zu arbeiten! Noch immer gibt es deutliche Unterschiede bei Sportarten, Preisgeldern und Unterstützern. Ina Kaplan, die erfolgreiche Ausnahmesportlerin im Billard, mehrfache deutsche Meisterin sowie Silber- und Bronze-Europameisterin, erzählt am Kinoabend über ihren sportlichen Werdegang, ihre Investitionen in ihren Lieblingssport und ihre Präsenz in diesem „Männersport“.

Seit 2013 ist der Karateverein Zanshin-Siegerland aus Hilchenbach Partner der DOSB-Aktion*„Starke Netze gegen Gewalt: Keine Gewalt gegen Mädchen und Frauen!“. Das Thema ist in der Gesellschaft aktueller denn je und erfordert unser aller Handeln. Auch aus diesem Grund beteiligt sich der Verein im 10jährigen Aktionsjubiläum gemeinsam mit dem DOSB an der etablierten Kinoreihe „KinoKino-Frauen in starken Rollen“ im Viktoria-Filmtheater in Hilchenbach. Filminfos hier.

Ina Kaplan, Zanshin-Siegerland, der Karateverband NRW und der DOSB sind mit Infomaterialien bei der vorher im Kino stattfindenden Präsentation selbstständiger Unternehmerinnen und regionaler Frauenverbände vertreten. Der Karateverein bietet hier praktische Tipps und Tricks zum Selbstschutz und kleine Mitmachaktionen zur Selbstbehauptung und Verteidigung an.

Alle sind herzlich eingeladen zu persönlichen Vorgesprächen sowie an der Messe und der Filmvorführung teilzunehmen. Kinokarten gibt es an der Abendkasse.

*Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) setzt mit der Aktion „Starke Netze gegen Gewalt: Keine Gewalt gegen Mädchen und Frauen!“ ein deutliches Zeichen und rückt das Thema in die öffentliche Wahrnehmung. Denn Frauen und Mädchen sind immer wieder Opfer von Gewalt in den unterschiedlichsten Facetten, das zeigen aktuelle Debatten und Studien, z.B. die Erhebung zu Gewalt gegen Frauen der Agentur der Europäischen Union für Grundreche (FRA) oder das Forschungsprojekt Safe Sport.

Ansprechpartner:

  • Annette Kreutz, Stadt Hilchenbach 02733 – 288117
  • Monika Molkentin-Syring, Stadt Kreuztal 02732 -51310
  • Oliver Lütz, Zanshin-Siegerland 0160 - 90665461