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Stadtwerke Hilchenbach

Neue Verordnung der Klärschlammverwertung mit sofortiger Wirkung

Mit der neuesten Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammverwertung (Klärschlammverordnung – AbfKlärV), veröffentlicht am 2. Oktober 2017 regelt die Bundesregierung die Anforderungen an die Verwertung von Klärschlamm, Klärschlammgemisch und Klärschlammkompost neu. Diese Neuregelung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft und betrifft somit die Abgabe von Kompost aus der Kläranlage Ferndorftal an alle Kunden der Stadtwerke Hilchenbach.

Neben den neu hinzugekommenen und sehr umfangreichen Klärschlammuntersuchungen werden mit der Neuregelung auch sehr umfangreiche Bodenuntersuchungen für diejenigen Böden gefordert, auf die der Kompost ausgebracht werden soll. So sind die Bodenbeschaffenheit und die Bodenart, der Phosphatgehalt, Schadstoffe wie zum Beispiel Schwermetalle und organische Schadstoffe (PCB, Benzo(a)pyren) vor der ersten Ausbringung von Kompost im Boden durch den Komposterzeuger untersuchen zu lassen. Zusätzlich ist ein Lieferscheinverfahren einzuführen mit Anzeige an die zuständige Behörde.

Im Rahmen der bisherigen Güteüberwachung für den Kompost der Kläranlage Ferndorftal haben die Stadtwerke Hilchenbach in den letzten Jahren seit Verleihung des RAL-Gütezeichens 258 für den Hilchenbacher Kompost im Jahre 2004 bereits eine sehr intensive Überwachungsanalytik vorgenommen. Dabei wurden regelmäßig die geforderten Grenzwerte eingehalten und teilweise deutlich unterschritten. Diese Überwachungsanalytik wird nunmehr mit der Neuordnung der Klärschlammverwertung auf die Böden in der Nutzung im Landschaftsbau und in den Haus- und Kleingärten ausgedehnt, was in der täglichen Praxis bedeutet, dass vor jeder erstmaligen Ausbringung von Kompost eine Bodenprobe zu nehmen, diese zu analysieren ist und diese Analysen in zeitlichen Abständen zu wiederholen sind. Davon sind alle Kunden betroffen, die den Kompost selbst vom Lagerplatz auf dem Kläranlagengelände oder aus der Kompostbox abholen, also auch die vielen Privatleute und Kleinverbraucher.

Die Kosten für jede zukünftig notwendige Bodenuntersuchung liegen aufgrund der geforderten Analytik in einer Größenordnung von bis zu 1.000 Euro. Leider können die Stadtwerke diesen hohen Aufwand weder finanziell noch organisatorisch betreiben. Mit größtem Bedauern muss daher die Abgabe von Kompost aus der Kläranlage Ferndorftal vorläufig mit sofortiger Wirkung eingestellt werden.

„Diese Information stellt den derzeitigen, bekannten Sachstand dar. Über die weitere Entwicklung werden die wir informieren“, merkt der Betriebsleiter der Stadtwerke Hilchenbach an und ergänzt: „Da eine Vielzahl von Klärschlamm- und Komposterzeugern sowie deren Nutzer von der Neuregelung betroffen sind, bleibt zu hoffen, dass noch Änderungen, Anpassungen oder Ausnahmen zum Beispiel an den Ausführungsbestimmungen vorgenommen oder zugelassen werden. Insbesondere sind hier die Fachverbände der Abwasserwirtschaft aktiv.“