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Nutzung von Sonnenenergie: Prüfung mit Hilfe des Solarpotentialkatasters

"Neues Konjunkturprogramm aus den Klimaschutz-Aktivitäten der Stadt Hilchenbach"

Das "Solarpotenzialkataster" wird zur Erfolgsgeschichte, zumindest im Internet. Das am 22. August 2011 gemeinsam mit der Stadtsparkasse gestartete Angebot haben Interessierte innerhalb der ersten fünf Monate bereits etwa 2.500-Mal aufgerufen und genutzt.

Information vom 22. August 2011 zum Start:

Im Zuge des Klimawandels ist die Stadt Hilchenbach stolz wieder Teil eines neuen Vorhabens zu sein, das den Einsatz von erneuerbaren Energien unterstützt.

"Solarpotenzialkataster" lautet das Stichwort. 

Die Stadt Hilchenbach ist die erste Stadt im Kreis Siegen-Wittgenstein, die ihren Bürgerinnen und Bürgern die fortschrittlichen Möglichkeiten von Solarpotenzialkatastern nutzbar macht. Ermöglicht wird das Projekt durch Investitionen des Kooperationspartners Stadtsparkasse Hilchenbach in Höhe von rund 10.000 Euro. Die jährlichen Folgekosten werden sich auf circa 1.000 Euro belaufen. Der praktischen Umsetzung des neuen Systems nimmt sich die tetraeder.solar GmbH an.

Weitere Informationen zum Solarpotenzialkataster und zur Wirtschaftlichkeitsberechnung.   

Mitte August 2011 luden die Stadt Hilchenbach und die Stadtsparkasse Hilchenbach Vertreter der örtlichen Presse und des örtlichen Rundfunks zur Vorführung des Solarpotenzialkatasters in das Rathaus ein. Dr. Stephan Wilforth, der Geschäftsführer der tetraeder.solar GmbH, stellte sein Konzept persönlich vor und konnte durch eine vorläufige Darstellung des Katasters im Internet demonstrieren, was das Solarpotenzialkataster kann und wie es funktionieren wird.


Allgemein gibt ein Kataster Auskunft über die geometrische Lage eines Landes in Form von Karten und Beschreibungen. In einer Karte sind beispielsweise sämtliche Gebäude oder Flurstücke zu erfassen. In einem Solarpotenzialkataster lassen sich durch Luftaufnahmen besonders gut die Dächer der Gebäude einer Stadt erkennen. Das Besondere daran ist, dass dadurch das Potenzial, das jedes Gebäude für die Gewinnung von Sonnenenergie aufweist, berechnet werden kann. Dieses internetgestützte, interaktive Kartenwerk wird kostenlos zugänglich sein auf den Internetseiten der Stadt Hilchenbach und der Stadtsparkasse Hilchenbach.

Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab erklärte in seiner Einführung, dass durch das Solarpotenzialkataster jedem Hauseigentümer in Hilchenbach ein erster Schritt in die richtige Richtung ermöglicht wird. Jeder Einwohner, der sich für die Nutzung von Solarenergie interessiert, kann mit Hilfe des Solarpotenzialkatasters ganz leicht die Eignung des entsprechenden Daches einsehen. Neben dem unumstrittenen ökologischen Nutzen von Sonnenenergie hebt Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab auch den wirtschaftlichen Vorteil für die örtlichen Handwerker hervor: "Durch vielfache Installationen und Wartungen von Anlagen wird den lokalen Handwerkern ein enormes Wertschöpfungspotenzial verfügbar gemacht. Hier entsteht ein neues Konjunkturprogramm aus den Klimaschutz-Aktivitäten der Stadt Hilchenbach, denn das Solarpotenzialkataster betreibt Wirtschaftsförderung im klassischen Stil und neuem Gewand."

Neben einer potenziellen Eignung für Solarenergiegewinnung informiert ein Wirtschaftslichkeitsrechner als weiterer Bestandteil des Systems konkret über den finanziellen Wert einer Installation.

Dr. Stephan Wilforth bot dem Bürgermeister, dem Vorstand der Sparkasse Hilchenbach und den Gästen von Presse und Rundfunk eine Vorführung des Programms und spielte als Beispiel die einzelnen Anwendungsschritte durch. Um das gewünschte Gebäude auf der Karte zu finden, muss nur Straße und Hausnummer in die Suchleiste eingegeben werden. In einer Satellitenansicht wird nun das entsprechende Gebäude ersichtlich. Mit drei verschiedenen Anzeigemöglichkeiten kann das Dach des Gebäudes betrachtet werden und liefert jeweils Informationen über Solarpotenzial, Einstrahlung oder geeignete Dachflächen. Das Solarpotenzial gibt mit Hilfe eines Ampelsystems Auskunft darüber ob ein Dach "gut geeignet" (grün), "geeignet" (gelb) oder "nicht geeignet" (rot) ist. Nur ein geringer Teil ist nicht geeignet. So können 0,4 Prozent bis 1 Prozent aller Dachflächen als nicht geeignet oder nicht zuordnungsfähig bezeichnet werden.

Als Zweites kann die abweichende Sonneneinstrahlung der Dachfläche angezeigt werden. Durch eine Farbskala wird genau ersichtlich welche Bereiche des Daches wärmer (rote Farbpalette) oder kälter (blaue Farbpalette) sind. Die dritte Anzeige zeigt sowohl an, welche Teilfläche des Daches geeignet ist als auch welche Technologie am besten verwendet werden könnte. Mit einem Klick auf das ausgewählte Gebäude werden zudem noch zusätzliche Informationen über die Ertragsprognose gegeben: Wie groß ist die Dachfläche?, Wie viel Fläche ist davon geeignet oder sogar gut geeignet? oder Welche Erträge können im Hinblick auf Leistung oder CO2-Einsparung erbracht werden? Außerdem wird in diesem Fenster ein in der Regel vierstelliger Gebäudekennschlüssel angezeigt, mit der das Gebäude direkt im Wirtschaftlichkeitsrechner aufgerufen werden kann.


Dr. Stephan Wilforth konnte mit seiner Vorführung zeigen, dass dieses Solarpotenzialkataster jedem Interessierten innerhalb kürzester Zeit einen umfangreichen Eindruck über die mögliche Eignung eines Gebäudes für die Gewinnung von Sonnenenergie gibt.

Für die Berechnungen werden mögliche Verschattungen der Dächer berücksichtigt. Mit spezieller Software der tetraeder.solar GmbH wird anschließend die Sonneneinstrahlung des Daches berechnet. Dies geschieht mit einer Simulation der jährlichen Sonneneinstrahlung. An 52 Tagen im Jahr (ein Tag je Woche) strahlt die Sonne "fiktiv" über die Dächer. Nun werden drei Einstrahlpunkte zu einem Dreieck zusammengesetzt und anhand der 52 Referenztage geschaut, welche Dreiecke Ähnlichkeiten aufweisen. Diese Ergebnisse stimmen mit 98,8 Prozent der Werte überein, die dauerhaft von qualifizierten Meteorologen geprüft wurden. Aus diesen Werten berechnet sich dann, wie viel Strom eine Photovoltaikanlage auf dem entsprechenden Dach erzeugen könnte.

Im Vergleich zu tatsächlichen Solar- und Photovoltaikanlagen weichen diese Zahlen insgesamt nur um acht Prozent ab. Dr. Stephan Wilforth sagt dazu: "Der Abweichungswert von acht Prozent ist darauf zurückzuführen, dass wir sehr konservativ mit unseren Berechnungen umgehen. Das heißt, wir wollen niemanden etwas versprechen, das wir nicht mit Sicherheit halten können. Wir arbeiten mit kleineren Werten, damit es nicht zu Enttäuschungen kommt."

Nachdem sich ein Bürger mit Hilfe des Solarpotenzialkatasters von der möglichen Eignung seines Daches ein Bild machen konnte, kann er mit dem Wirtschaftlichkeitsrechner die finanziellen Aspekte näher unter die Lupe nehmen. Dieser Rechner wird auf dem Internet-Auftritt der Stadtsparkasse Hilchenbach zu finden sein. Dort stehen wesentliche Daten des Gebäudes und individuelle Angaben des Benutzers, zum Beispiel über den Anlagenwirkungsgrad oder auch anfallende Versicherungs- und Wartungskosten. Somit wird der Bürger durch das Programm geführt, bis er schließlich genaue Auflistungen über Kosten, Kredite oder den Renditewert einsehen kann.

Diesbezüglich wies Sparkassenvorstand Dieter Viehöfer darauf hin: "Eine Photovoltaikanlage ist durchaus auch als renditestarke Kapitalanlage interessant. Wir von der Sparkasse Hilchenbach zeigen den Bürgerinnen und Bürgern gerne die bestmöglichen Finanzierungswege auf und kommen ihnen jederzeit mit persönlicher und qualifizierter Beratung zu Hilfe. Auch für weitere Fragen hinsichtlich alternativer Energieversorgung sind wir gerne der Ansprechpartner."

Eine lohnende Angelegenheit für Hilchenbach stellt dieser Ökostrom allemal dar, denn wenn alle geeigneten Dächer für Solar- oder Photovoltaiktechnik genutzt würden, ließe sich der private Strombedarf im gesamten Stadtgebiet realisieren. "Der gewonnene Wert wäre höher als der benötigte Wert, den man für die Gesamtstromversorgung in Hilchenbach bräuchte", erklärte Dr. Stephan Wilforth. "Solarstromautarke Stadt als Fiktion", wie Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab anmerkte.

Dass das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist, zeigt die Tatsache, dass zunächst nur Dachflächen betrachtet wurden. Hangflächen, forstwirtschaftliche und sonstige Flächen sind hierbei nicht berücksichtigt, da diese finanziell unattraktiv seien mangels fehlender Förderung, ergänzte Dieter Viehöfer.

In erster Linie aber soll das Solarpotenzialkataster für die Einwohnerinnen und Einwohner von Hilchenbach ein Anreiz zum Energiesparen sein. Kurzerhand soll das Programm ihnen wichtige Informationen in gebündelter Form liefern. Daraus können Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer neue Wege für eine zukunftsweisende Energieversorgung aufgezeigt werden. In Sachen Klimaschutz ist jeder Einzelne gefragt. Deshalb schreitet die Stadt Hilchenbach mit gutem Beispiel voran und nimmt seine Bürger an die Hand, um mit ihnen dem Klimawandel entgegenzutreten.