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Ausgezeichnet: Hilchenbach-Grund wurde im Rahmen der 23. Weltklimakonferenz in Bonn für besonderes Engagement im Klimaschutz geehrt

Hilchenbach ist eine von über 30 Kommunen, Städten und Landkreisen, die am bundesweiten Projekt „RegioTwin“ teilgenommen haben, um gemeinsam Klimaschutzprojekte umzusetzen. Am 9. November 2017 wurden diese dafür auf einer Veranstaltung des internationalen 100ee Netzwerks in Bonn mit einer Urkunde prämiert. 

Tobias Brenner vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat den beiden Vorsitzenden des Energievereins Aus Gutem Grund e.V. Jörg Heiner Stein und Martin Born, gleichzeitig Ortsvorsteher, für die erfolgreiche Teilnahme gratuliert.

Der Energieverein hat das Maßnahmen-Twinning E-Carsharing im ländlichen Raum durchgeführt und in diesem Rahmen den Energieverein gegründet und ein Dorfauto angeschafft.

Ein E-Carsharing-Projekt umzusetzen erfordert ein hohes Maß an Engagement von den Akteuren, da sehr viele Arbeitsschritte zu bewältigen sind. Zunächst müssen sich die Interessierten in einem Verein organisieren, falls keine bestehende Vereinsstruktur genutzt werden kann. Bei der Gründung des Vereins kann die Kommunalverwaltung beratend tätig sein, wie dies durch die Stadt Hilchenbach für den Energieverein Aus Gutem Grund erfolgt ist.

Hierbei ist es wichtig, dass neben den engagierten Gründern auch genügend Nutzerinnen und Nutzer für das E-Auto gefunden werden, die dem Verein beitreten. Der Verein muss eine solide Finanzierung für das Auto aufstellen. Hier gibt es verschiedene, bereits erfolgreich erprobte Möglichkeiten: Zunächst können Fördermittel beantragt werden, um das Auto und die dazugehörige Ladesäule anzuschaffen.

Eine weitere Option besteht darin Sponsoren zu gewinnen, die das Auto als Werbefläche nutzen, und von den Sponsoring-Geldern die Leasing-Raten zu bezahlen. Eine weitere Finanzierungsquelle des Autos sind natürlich die Nutzungsgebühren sowie eventuelle Jahresbeiträge.

Neben den Anschaffungskosten entstehen Kosten für eine Ladesäule, die Versicherung und einen Schlüsseltresor. Des Weiteren entstehen Kosten für eine Buchungsplattform, wie zum Beispiel www.mobilesdorf.de, deren Nutzung empfohlen wird, um das Sharing zu organisieren. Die Versicherung des Autos kann beispielsweise über den Bundesverband CarSharing (bcs) erfolgen.

Sind alle diese Fragen geklärt – und dieser Prozess kann gut ein Jahr in Anspruch nehmen – kann das Auto endlich losfahren.

„Wir sind stolz, in unserem kleinen Dorf ein solches Angebot geschaffen zu haben“, freut sich der Erste Vorsitzende Jörg Heiner Stein.

Das Projekt „RegioTwin – Partnerschaften für den Klimaschutz“ führt das Prinzip des Twinnings erstmals in den kommunalen Klimaschutz in Deutschland ein. Das Projekt wird über drei Jahre vom Bundesumweltministerium im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert und vom Fachgebiet Dezentrale Energiewirtschaft der Universität Kassel durchgeführt.