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Klimawelten - Thema Plastik-Müll

Plastik in aller Munde? Was tun?

Fortbildung in den KlimaWelten:

Bildung für Nachhaltigkeit rund ums Thema Plastik-Müll

„Plastik in aller Munde – Was tun?“ – unter diesem Motto fand am 12. November eine Fortbildung für Lehrkräfte und weitere Interessierte in den KlimaWelten Hilchenbach unter der Leitung von Judith Schneider und Janine Lückerath statt. 24 Lehrkräfte aus regionalen und überregionalen Grund- und weiterführenden Schulen hatten den Weg in die alte Florenburgschule in Hilchenbach gefunden und waren gespannt, was sie erwarten würde.

Eröffnet wurde der Tag mit einem Impulsvortrag „Mikroplastik in der Umwelt“ von Julia Möller von der Universität Bayreuth, wo es seit einem Jahr einen Sonderforschungsbereich zu Mikroplastik gibt. Es wurde deutlich, dass Mikroplastik (Kunststoff im Größenbereich zwischen 1µm und 5mm) überall in der Umwelt zu finden ist, im Wasser, im Boden sowie in der Luft und auch an abgelegenen Orten wie der Arktis oder der Tiefsee. Doch woher kommt das ganze Mikroplastik? Schnell wurde klar, dass es viele verschiedene Eintragswege gibt, auf die wir Menschen, jeder und jede einzelne einen großen Einfluss haben: 1/3 des direkt freigesetzten Mikroplastiks stammt beispielsweise von dem Abrieb von Autoreifen. Der auf den Feldern ausgebrachte Kompost aus den Kompostieranlagen ist voller Mikroplastik – und dieses stammt unter anderem auch aus unserem Haushaltsmüll, wenn Plastik mit in die Braune Tonne gelangt. Dies gibt auch für die sogenannten biologisch abbaubaren Komposttüten!


Nach dieser guten Einführung ins Thema und anschließender Diskussionsrunde ging es in die Praxis. In vier Workshops konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch tiefer in die Thematik Plastik und Mikroplastik eintauchen:

Zero-Waste: Judith Schneider thematisierte in ihrem Workshop die Vermeidung von (Plastik)Müll sowie das Thema der Mülltrennung und bot zahlreiche ‚Do it yourself‘-Alternativen an, um selbst kreativ und aktiv zu werden.

Sechs Schülerinnen der Ruanda-AG des Gymnasium Netphen unter der Leitung von Ursula Wussow stellten ihren zusammen mit Kindern aus Ruanda entwickelten Workshop vor. Sie teilten mit den Lehrkräften ihre eigenen Erkenntnisse, Ideen, Anregungen zum Thema Plastik und motivierten die Teilnehmenden selbst ins Handeln zu kommen!

Experimentell ging es in den zwei anderen Workshops zu Mikroplastik in Luft und Wasser zu: Laura Thiel vom Alfred-Wegner-Institut (Helmholz Zentrum für Polar- und Meeresforschung) und Patricia Raab von der Universität Bayreuth stellten ihre Unterrichtseinheiten des Projektes PLAWES (Mikroplastikkontamination im Modellsystem Weser – Nationalpark Wattenmeer) vor und eröffneten einen Experimentierraum, um erfahrbar zu machen wie sich Mikroplastik im Süß und Salzwasser verhält und aus welchen Quellen im Haushalt es stammt.

Die Frage ob sich Mikroplastik in Luft auflöst stellten sich die Teilnehmer*innen des Workshops von Janine Lückerath und erkannten schnell, dass es sich nie ganz auflösen wird, jedoch in unsichtbarer Form durch globale Zirkulation über die ganze Welt verteilt und dann z.B. in Schneeflocken als Eiskeim wieder auf die Erde gelangt!

Sowohl die Lehrkräfte als auch die Referentinnen hatten viel Freude beim Diskutieren. Gemeinsam gab es einen regen Austausch zu Plastik-Alternativen, zum Umdenken in der Gesellschaft, und auch dazu wie ein Handeln im ganz persönlichen Umfeld möglich ist und werden kann. Nach einem runden Tag erhielten alle Teilnehmenden eine Urkunde.

Geoökologin Janine Lückerath zog ein positives Fazit: „Es war ein toller, vielfältiger Tag bei dem wir alle viele neue Informationen und Impulse erhalten haben, die sicherlich noch nachwirken werden und neu motivieren und sensibilisieren!“  

Eine Schülerakademie für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 6 – 9 findet zum gleichen Thema am 12. Februar 2020 in den KlimaWelten Hilchenbach statt.

Autor: Janine Lückerath, 06.12.2019 
Quelle: KlimaWelten Hilchenbach