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Heimatpreis

Bad Laaspher Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit mit Heimatpreis des Kreises ausgezeichnet, Zweiter Platz für Heimat- und Verschönerungsverein Siegen-Achenbach e.V., Dritter Preisträger Keppels Früchtchen esG.

Unter dem MottoSiegen-Wittgenstein 2020 – Heimat für alle hatte Landrat Andreas Müller im Februar den diesjährigen Heimatpreis des Kreises ausgeschrieben.

Bei einer Preisverleihung im Kulturhaus Lÿz wurden am 22. August 2020 die Sieger bekanntgegeben.

Der erste Platz ging an den Bad Laaspher Freundeskreis für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Mit dem Projekt „Alte Synagoge“ wollen die Initiatoren an die Schicksale der NS-Verfolgung erinnern und den Opfern ein Gesicht geben.

„Sie erinnern damit an ein düsteres Kapitel unserer Geschichte und machen sich gleichzeitig für Toleranz und Menschlichkeit stark.“, so Landrat Andreas Müller in seiner Laudatio an die sichtlich überraschten Preisträger. „Die Synagoge ist das Sinnbild einer ‚Heimat für Alle‘ und bietet einerseits Raum zum Gedenken an Vergangenes und ist andererseits offen für die gemeinsame Zukunft“, so Müller weiter. Der erste Platz ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.

Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Heimat-Preis“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Insgesamt standen für den Heimat-Preis 10.000 Euro zur Verfügung, die die Jury auf insgesamt drei Wettbewerbsbeiträge aufgeteilt hatte.

Auf Platz zwei landete der Heimat- und Verschönerungsverein Siegen-Achenbach e.V. mit dem Projekt "Lebensmittel als Kulturgut: Die Gemeinschaftsgärten“. Die Initiatoren möchten unter anderem mit einem Gemeinschaftsgarten die Lebenssituation der Anwohner der Quartiere Achenbach/Heidenberg/Fischbacherberg langfristig verbessern. Der Garten soll auf dem Gelände  des Heimatvereins Achenbach errichtet und gemeinschaftlich bewirtschaftet werden. „Sie setzten sich dafür ein, dass Lebensmittel als ein Kultur- und Gemeingut wertgeschätzt werden. Besonders lobenswert dabei ist der integrative Ansatz – denn gemeinsam macht Gärtnern am meisten Spaß“, betonte Jutta Capito, erste stellvertretende Landrätin in ihrer Laudatio. Der zweite Platz ist mit 3.000 Euro dotiert.

Die „Keppels Früchtchen esG“ aus Hilchenbach wurde Dritter. Die Schülergenossenschaft des Gymnasiums Stift Keppel verwaltet seit ihrer Gründung im Mai 2016 eigene Apfelbäume und verkauft selbstgemachten Apfelsaft. „Die Schüler entwickeln gemeinsam ein nachhaltiges Projekt und sind damit fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Siegen-Wittgenstein geworden“ sagte Waltraud Schäfer, zweite stellvertretende Landrätin, bei der Preisübergabe. Die Schülergenossenschaft freut sich über insgesamt 2.000 Euro.

Duo „Nomanko“ und Synchronsprecher Sebastian Stenczl

Für die musikalische Begleitung des Abends sorgte das Duo „Nomanko“ mit Ann-Kathrin Hemmersbach am Saxophon und Marco Hoffmann am Klavier. Außerdem trug Synchronsprecher Sebastian Stenczl Texte zum Thema „Heimat“ vor.

Bewerbungszeitraum wegen Corona verlängert          
Mit dem diesjährigen Motto des Heimatpreises sollte besonders betont werden, dass heutzutage viele Menschen im Laufe ihres Lebens umziehen und dann eine zweite, eine neue Heimat finden. „Siegen-Wittgenstein ist eine Heimat für alle. Bei uns soll jeder ein Zuhause finden, unabhängig von seiner Herkunft, seiner religiösen Überzeugung oder seinem kulturellen Hintergrund“, so Landrat Andreas Müller. Gesucht wurden regionale Projekte, die diesen Leitgedanken umsetzen. Insgesamt 33 Wettbewerbsbeiträge waren bei der Kreisverwaltung eingegangen. „Ich bin wirklich überwältigt, wie viele Menschen unserem Aufruf gefolgt sind und sich mit einem Projekt beworben haben“, betont Landrat Andreas Müller. Coronabedingt hatte er den Bewerbungszeitraum bis Ende August noch einmal verlängert. „Die Beiträge, die wir erhalten haben, kamen aus dem gesamten Kreisgebiet und aus den unterschiedlichsten Bereichen – Heimat-, und Sportvereine, Kulturschaffende, Einzelpersonen und Schüler waren mit von der Partie“. Die Entscheidung war der Jury, bestehend aus dem Landrat, seinen Stellvertretern, Kreisheimatpfleger Dieter Tröps und Karsten Burkardt, Kommunales Integrationszentrum des Kreises, auch dementsprechend schwer gefallen.