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Helberhausen

Bürgerversammlung spricht sich für Dorfentwicklung aus

Die Bürgerversammlung in Helberhausen am 7. März 2019 stieß auf sehr großes Interesse. Moderator Thomas Bublitz machte in seiner Begrüßung deutlich, dass Helberhausen den Schwung des Jubiläums in 2018 mitnehmen möchte, um in Partnerschaft mit der Kommunalpolitik und der Stadt Hilchenbach die Dorfentwicklung voran zu bringen. Die Stadtverwaltung war vertreten durch Bürgermeister Holger Menzel, Kyrillos Kaioglidis (Stabsstellenleiter Stadtmarketing, Tourismus, Wirtschaftsförderung) und Hans-Jürgen Klein als Fachbereichsleiter Bürgerdienste.

Insgesamt hatten sich über 100 Interessierte in der Kappellenschule eingefunden und dieses prägende Gebäude in der Dorfmitte der „Löffelstadt“ war dann auch erster Tagesordnungspunkt der Bürgerversammlung.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Helberhausen-Oberndorf, Raphael Herrmann, informierte einleitend die sehr interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer zunächst darüber, dass die Ortschaft bei seinen Feierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehen rund 40.000 Euro Überschuss erzielt hatte: „Das ist Geld, das dem engagierten Dorf schnell wieder zu Gute kommen soll!“

Welchen Zweck der Helberhäuser Arbeitskreis Dorfentwicklung ins Auge gefasst hat, erläuterten anschließend Gerhard und Heiner Menn. Die in den Jahren 1863/1864 gebaute Kapellenschule soll von der Evangelischen Kirche übernommen und zu einer Begegnungsstätte für alle Bürger mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten umgestaltet werden. Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Hilchenbach hat als Eigentümerin in den Verhandlungen den Kauf des Gebäudes für 25.000 Euro angeboten. Das dazugehörige Grundstück kann im Erbbaurecht für 99 Jahre übernommen werden. Dafür ist eine jährliche Zahlung von zurzeit 1.340 Euro zu leisten. Im Gegenzug mietet die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde die Räume für ihre bisherigen Nutzungen an.

Trotz einiger kritischer Fragen überzeugte dieser Vorschlag für die Einrichtung eines Dorfgemeinschaftshauses nahezu alle Anwesenden. Um das Projekt umzusetzen, ist der erste Schritt, einen Trägerverein zu gründen. Dieser soll „Kapellenschule Helberhausen e. V. – Verein für Bürgerbegegnung und Dorfentwicklung“ heißen. Neben der Pflege und Bewirtschaftung des Gebäudes sowie einer attraktiven Außengestaltung, zum Beispiel mit einem Spielplatz, soll sich dieser noch zu gründende Verein zum Beispiel auch der Gestaltung der Ortsmitte annehmen. Initiativen zur Dorfentwicklung zielen dabei konkret auf weitere Gebäude ab, wie die Nutzung des Alten Spritzenhauses oder der ehemaligen Grundschule, die zwischenzeitlich als Bürgerhaus und zuletzt als Flüchtlingsunterkunft gedient hat.

Auch hierzu hat der Helberhäuser Arbeitskreis schon konkrete Vorstellungen entwickelt, wie Thomas Bublitz näher ausführte. Die Ortsmitte soll Standort für eine Kindertagesstätte werden. Alleine 45 Kinder in dieser „Altersklasse“ leben in Helberhausen, Hadem und Oberndorf. Zusätzlicher Bedarf ist in der unmittelbaren Umgebung Richtung Hilchenbach gegeben und auch bei Durchreisenden, die ihren Nachwuchs auf dem Weg zur Arbeit abgeben möchten. Mit dem vorhandenen Sportplatz bietet die Ortsmitte im Außenbereich sehr günstige Rahmenbedingungen. Das ohnehin sanierungsbedürftige ehemalige Schulgebäude könnte abgerissen werden, um Platz zu machen für eine neue moderne Kindertagesstätte. Bürgermeister Holger Menzel erklärte ebenso wie einige anwesende Vertreter der Ratsfraktionen ihre Bereitschaft, diese Idee zu unterstützen. Im Rahmen der Diskussion erfolgte außerdem die Anregung, dass eine Elterninitiative die Trägerschaft für die neue Kindertagesstätte übernehmen könnte, wenn sich kein anderer Träger für dieses Projekt findet.

Abschließendes Thema der Bürgerversammlung war die Einrichtung eines Ortsvorstehers für Helberhausen, um die Interessenvertretung des Dorfes gegenüber der Stadt Hilchenbach und den Austausch mit dieser über für die Ortschaft bedeutende Themen zu verbessern. Joachim Stötzel informierte über die zusätzlichen Möglichkeiten, „die ein Dorfkümmerer und Brückenbauer zwischen der Dorfbevölkerung und der Stadtverwaltung“ bietet. Auch Bürgermeister Holger Menzel befürwortete einen Ortsvorsteher für Helberhausen und er ging noch einen Schritt weiter: „Meines Erachtens sollten alle Hilchenbacher Stadtteile einen Ortsvorsteher erhalten.“

Entsprechend eindeutig fiel auch das Meinungsbild der Zuhörerinnen und Zuhörern aus, die ein deutliches Votum dafür abgaben, über eine Bürgereingabe an die Stadt Hilchenbach die Einrichtung eines Ortsvorstehers für Helberhausen zu beantragen.

Insgesamt vermittelte die Bürgerversammlung den Eindruck, dass sich mit Helberhausen ein Dorf in Aufbruchsstimmung befindet und getreu dem Motto der Ortschaft „Hier ist Heimat“ mit vielen Engagierten die Entwicklung selbst in die Hand nehmen möchte.

Dies bestätigte sich auch am 28. März, denn an diesem Tag erfolgte die offizielle Gründung des neuen Vereins „Kapellenschule Helberhausen e. V. – Verein für Bürgerbegegnung und Dorfentwicklung“. Dieser kann und will nun unter der Führung von Thomas Bublitz entsprechend der in der Bürgerversammlung vorgestellten Ziele aktiv werden.