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Das Internatsmuseum Stift Keppel

Vergangenheit mit viel Liebe zum Detail erleben...

Das erstmals 1239 erwähnte Stift Keppel ist heute Gymnasium, Tagungshaus und Veranstaltungsort für zahlreiche kulturelle Angebote.

Vielen Besuchern des ansehnlichen Gebäudes ist jedoch nicht bekannt, dass es über Jahrhunderte als Prämonstratenserinnenkloster und dann, nach Einführung der Reformation, als adliges Damenstift diente.

Nach der Säkularisation im frühen 19.Jahrhundert stand es lange Zeit leer, bis sich der preußische Staat entschloss, hier im Jahr 1871 eine höhere Töchterschule mit Internat einzurichten. Dies war für das nördliche Siegerland eine ungeheure Bereicherung, denn die Schülerinnen konnten hier die Lehrerinnenprüfung ablegen.

Die Möbel für das Internat wurden aus der Privatschatulle Kaiser Wilhelms I bezahlt. Neben der Kirche und dem barocken Konventsaal ist daher heute das Internatsmuseum besonders sehenswert.

Mit Genehmigung der Keppelschen Verwaltung hat dieses die ehemalige Lehrerin Dorothea Jehmlich mit viel Liebe zum Detail selbst ausgestaltet und eingerichtet, damit sich die Besucher wunderbar in die Vergangenheit der Internatsschule zurück versetzen können.

Gezeigt wird die Lebenssituation der Stiftsdamenlehrerinnen und ihrer Zöglinge in der Zeit um 1900. Öffentlich gestartet ist die lebensnahe Ausstellung 2003 mit dem Wohn- und Schlafzimmer einer Stiftsdamenlehrerin. Zwei Jahre später erfolgte die Erweiterung um einen Wohn- und Schlafraum der Schülerinnen.

2012 richtete Dorothea Jehmlich ein weiteres Wohn- und Arbeitszimmer und die historische Bibliothek ein.
Letztere  ist besonders sehenswert, zeigt sie doch in Regalen bis unter die Decke die prächtigen Bücher aus der Zeit von 1830 bis etwa 1914, die sich in Keppelschem Besitz befinden. Die alten Werke werden im modernen Schulbetrieb nicht mehr benutzt, konnten so aber für das Museum gerettet werden.

Bei der Gestaltung hat Dorothea Jehmlich zunächst auf Möbel und andere Einrichtungsgegenstände zurück gegriffen, die ihr abgelegene Kammern und der Dachboden von Stift Keppel geboten haben. Natürlich waren diese teilweise zu restaurieren. Aber hierbei bekam sie tatkräftige Unterstützung, wie sie gerne betont: Vor allem ihr Mann, Dr. Reimer Jehmlich, hat ihr mit seinen Ideen und handwerklichen Fähigkeiten sehr geholfen. Auch Dr. Erwin Isenberg, Jutta Buschbaum und Ursula Karl haben aktiv zum Gelingen beigetragen.

Alle Arbeiten wurden ehrenamtlich ausgeführt. Spenden und Leihgaben kamen von Freunden des Hauses und vom Stadtmuseum in der Wilhelmsburg sowie vom Wilnsdorfer Museum. Die Renovieerung des Bibliotheksraumes konnte weitgehend mit Spendengeldern der Besucher bezahlt werden.

Besonders hilfreich für die originalgetreue Gestaltung der Räume, der Tapeten, Möbel, Schrankinhalte, Kleidung und so weiter waren historische Fotos und die Berichte in den noch vorhandenen Keppeler Jahrbüchern.

Das Museum wird gerne besucht: Allein im Jahre 2012 hat Dorothea Jehmlich knapp achtzig Führungen durchgeführt – informativ und auch unterhaltend.

Die Gäste sind ehemalige und gegenwärtige Schüler/innen und Lehrer/innen, Mitglieder von Geschichtsvereinen und des SGV. Zu den gern gesehenen Besuchern gehören auch Frauengruppen und Teilnehmer/innen an Familienfeiern sowie Gäste der Stadt Hilchenbach.

Wer Interesse hat, kann mit Dorothea Jehmlich jederzeit einen Termin abstimmen. Wer mehr über die Geschichte Keppels erfahren will, für den vereinbart die engagierte Hilchenbacherin auch gerne eine erweiterte Führung mit Dr. Erwin Isenberg: Er zeigt anschaulich und bestens informiert die Kirche aus dem 13. Jahrhundert und den barocken Konventsaal.

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