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Ausstellung zum Maler Lothar Grisebach im Stadtmuseum

Das Aquarell "Marktplatz Hilchenbach" von Dr. Lothar Grisebach ist nun dauerhaft im Ratssaal der Stadt Hilchenbach zu sehen.

Aquarell „Marktplatz Hilchenbach“ von Dr. Lothar Grisebach als Dauerleihgabe im Blickfeld der Öffentlichkeit

Regine Stephan hat der Stadt Hilchenbach das Aquarell „Marktplatz Hilchenbach“ leihweise zur Verfügung gestellt. Das Bild, das ihr ehemaliger Kunstlehrer am Jung-Stilling-Gymnasium und Hilchenbacher Maler Dr. Lothar Grisebach 1984/1985 erstellt hat, wird dauerhaft im Ratssaal der Stadt Hilchenbach ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt.

Erhalten hat Regine Stephan das bekannte Gemälde von dem 2015 verstorbenen Studiendirektor Wolfgang Müller.

Das Aquarell zeigt viele bekannte Hilchenbacher Persönlichkeiten, darunter den ehemaligen Stadtdirektor Dr. Hans Christhard Mahrenholz, auf dem Marktplatz.

Offiziell übergab Regine Stephan das Gemälde im Rahmen der Sitzung des Rates der Stadt Hilchenbach am 24. Mai an Bürgermeister Holger Menzel. Der Verwaltungschef bedankte sich und freute sich über die Dauerleihgabe, die im Ratssaal eine würdigen Platz gefunden hat.

Bereits 2016 würdigte die Stadt Hilchenbach das Schaffen und die Kunstwerke des Malers mit einer Sonderausstellung im Stadtmuseum in der Wilhelmsburg. Dabei war auch das Aquarell "Marktplatz Hilchenbach" zu sehen.

Ausstellung "Ein Maler in Hilchenbach: Lothar Grisebach" vom 4. April bis 29. Mai 2016

Die Ausstellung des bekannten Hilchenbacher Malers Lothar Grisebach haben während der knapp zweimonatigen Laufzeit vom 4. April bis 29. Mai insgesamt 357 Gäste besucht.

In der Ausstellung wurden Werke des Hilchenbacher Malers Lothar Grisebach (1910 bis 1989) gezeigt, die die Familie Grisebach gesammelt hat, und Leihgaben von Privatpersonen und der Stadt Hilchenbach, die als „Geschenk aus dem Nachlass Lothar Grisebach“ dem Stadtarchiv übergeben wurden.

Großes Interesse an der Ausstellung "Ein Maler in Hilchenbach: Lothar Grisebach“ schon bei der Eröffnung

Schon zur Eröffnung, zu der die Familie Grisebach und die Stadt Hilchenbach eingeladen hatten, waren viele Besucher mit großem Interesse dabei. Zu den Gästen gehörten auch die drei Kinder von Lothar Grisebach, die aus der Schweiz, Marburg/Lahn und Diez/Lahn angereist waren. Auch einige Schüler, die den Künstler als Kunsterzieher am Jung-Stilling-Gymnasium in Hilchenbach erlebt hatten, nutzten die Gelegenheit und konnten das ein oder andere aus ihrer Schulzeit berichten

Bürgermeister Holger Menzel (im Foto oben rechts) eröffnete die Ausstellung, die gleichzeitig ein Jubiläum markierte, denn es war die 125. im Stadtmuseum seit 1987.

Anschließend hielt Rainer Haarmann aus Schülp in Schleswig-Holstein einen lebendigen Vortrag. Der gute Freund des Künstlers berichtete auch über den Kunstunterricht bei Lothar Grisebach. Sehr schnell erkannte er damals, wie wichtig diese Erlebnisse für ihn waren, die auch sein weiteres Leben bestimmten. So war Rainer Haarmann von 1991 bis 2011 künstlerischer Leiter des Jazz-Baltica-Festivals. Bis zum Tod des Künstlers im Jahr 1989 hielt er Kontakt und war gern gesehener Gast im Hause Grisebach.

Museumsleiter Reinhard Gämlich freute sich über die gut besuchte Eröffnung. Sein Dank gilt besonders Susanne Bensberg-Kraus aus Hilchenbach, einer Enkelin von Lothar Grisebach, die die Vorbereitung der Ausstellung übernommen hatte.

Zur Person Lothar Grisebach (1910 bis 1989):

Lothar Grisebach wurde 1910 in Jena geboren. Er war das älteste Kind von fünf Kindern des Philosophen Eberhard Grisebach (1880 bis 1945) und seiner Ehefrau Charlotte Grisebach geborene Spengler (1890 bis 1974). Den größten Teil seiner Kindheit und Jugend, von 1915 bis zum Abitur 1928, verbrachte er bei seinen Großeltern mütterlicherseits, dem Lungenarzt Lucius Spengler (1858 bis 1923) und dessen Gattin Helene Spengler geborene Holsboer (1870 bis 1943) in Davos/Schweiz.

Als kleines Kind erlebte Lothar Grisebach schon, wie der Maler und Grafiker Ernst Ludwig Kirchner (1880 bis 1938) nach Davos kam und etliche Jahre lang aufs engste in seinem Großelternhaus verkehrte. Sein künstlerisches Talent wurde früh erkannt. Schon als er gerade erst acht Jahre alt war, tauschte Ernst Ludwig Kirchner mit ihm Zeichnungen. Lothar Grisebach studierte Physik, promovierte 1935 und war wissenschaftlich tätig, um sich dann schließlich zwei Jahre später im Alter von 27 Jahren für ein Künstlerdasein zu entscheiden. Allerdings schien erst nach Ende des 2. Weltkrieges seine Chance für eine eigenständige künstlerische Tätigkeit gegeben.

Da es aber zum Unterhalt seiner Familie nie ausreichte, entschloss er sich schließlich im Alter von 43 Jahren, eine Stelle als Kunsterzieher am Gymnasium in Hilchenbach, seit 1958 Jung-Stilling-Gymnasium, anzunehmen. Das sicherte die Existenz der Familie und ließ ihm auch Zeit für die eigene künstlerische Arbeit.