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Hallenbad Dahlbruch

Jubiläum: 50 Jahre Bestehen am 25. Oktober 2019

Stadtarchivarin Verena Hof-Freudenberg hat aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums die wechselvolle Geschichte des Hallenbads in Dahlbruch zusammengefasst:

"Bereits im Jahr 1964 kam erstmals die Idee zur Errichtung eines Hallenbades in Dahlbruch auf. Es vergingen allerdings noch drei Jahre, bis der Rat der Gemeinde Dahlbruch mit 13 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen am 16. Februar 1967 für den Bau des Hallenbades stimmte. Die Grundsteinlegung fand am 22. Februar 1968, das Richtfest am 6. Dezember 1968 und schließlich die Einweihungsfeier am 25. Oktober 1969 statt. Bis heute erinnert im Hallenbad eine Tafel mit der Aufschrift „Schwimmhalle Dahlbruch – das letzte Großbauwerk der selbstständigen Gemeinde Dahlbruch“ an die Ereignisse. Bereits einen Tag nach der Einweihungsfeier fanden die Westdeutschen Meisterschaften im schwimmerischen Fünf- und Jahnkampf im neuen Hallenbad statt. Dankesschreiben zeugen von der Begeisterung der Initiatoren des Sportverbandes für das Schwimmbad und die Gastfreundlichkeit der Dahlbrucher.

Das Gebäude der Schwimmhalle wurde aufgrund der Bodenbeschaffenheiten auf 74 Pfählen errichtet, die 13 Meter tief im Erdreich versenkt wurden. Ursprünglich wurden 1,4 Millionen DM für den Bau des Schwimmbades veranschlagt. Doch nicht zuletzt aufgrund der komplizierten Errichtung auf Pfählen, einer Überschwemmungskatastrophe während der Bauphase und dem Entschluss, das Schwimmbecken statt in einer Größe von 8 mal 25 m in der endgültigen Größe von 10 mal 25 m zu bauen, beliefen sich die Kosten nach Fertigstellung schließlich auf 2,6 Millionen DM. Zu diesem Bau zählte neben dem Hallenbad noch eine Gasstätte mit einer Kegelbahn, der Saunabereich und der Umbau der Turnhalle.

Bereits von Beginn des Badbetriebs an, bot man neben einfachen Eintrittskarten auch vergünstigte Zehner- und Dauerkarten an, um Vielschwimmer und vor allem Familien den häufigen Besuch des Hallenbades zu ermöglichen. Zudem nutzten sieben Hilchenbacher und Kreuztaler Schulen mit insgesamt 28 Klassen das Hallenbad für Ihren Schwimmunterricht. Auch der Vereins- und Behindertensport sollte über Jahrzehnte hinweg bis in die Gegenwart hinein eine wichtige Rolle spielen. Die Schwimmmeister aus den Freibädern in Allenbach, Hilchenbach und Müsen wurden im Winter im Dahlbrucher Hallenbad eingesetzt, um in allen Bädern und zu jeder Zeit Fachpersonal vor Ort zu haben

Erste Missgeschicke aus der Bauphase fielen 1970 auf, als sich Fliesen im Wasserbecken lösten. Man ließ das Wasser ab und renovierte das Bad kostenintensiv. Wegen Wasserknappheit und einer damit verbundenen Notstandsverordnung musste man nur ein Jahr später im September 1971 das Hallenbad bis in den November hinein schließen.

1972 nahm dann mit Schwimmbrillen auch im Dahlbrucher Hallenbad eine neue Mode Einzug, die wohl einigen zunächst skurril fanden. Die Presse sah sich veranlasst, die Leser über die Schwimmbrillenträger aufzuklären, da „ihr Anblick dem unbebrillten Mitschwimmer Furcht einflößen kann“. Fans der Schwimmbrille versicherten hingegen, dass sich besonders unter Wasser neue Perspektiven, ganz ohne rote Augen vom gechlorten Wasser auftäten.

Nachdem 1981 der millionste Badegast begrüßt wurde, beschloss man im Dezember 1982 wegen immens hoher Kosten die Schließung des Hallenbades. Massive Proteste aus der Bevölkerung und den Vereinen führten jedoch dazu, dass man das Hallenbad schließlich weiter betrieb. Man versuchte durch Anpassung der Öffnungszeiten und weiterer Angebote kosteneffizienter zu arbeiten.

Auch in den Folgejahren steigerte die Stadt die Attraktivität mit immer neuen Ideen: Im Dezember 1989 führte sie jeden Donnerstag und Samstag den „Spielnachmittag“ im Hallenbad Dahlbruch ein. Hier durften nun Kinder Wassermatratzen und Wasserbälle mitbringen. 1990 wurden dann eigene Spielgeräte, wie „Rennboote, Badeflöße, Laufmatte und Frösche“ für die erfolgreichen Spielenachmittage angeschafft und 1997 um einen großen aufblasbaren Oktopus erweitert, den die Stadtsparkasse Hilchenbach stiftete. Auch wurde in den 1990iger Jahren mehrfach eine zweistündige Schwimmdisco für Jugendliche durchgeführt, die gerade zu Beginn viele Teenager anzog.

1999 wurden das Becken und die Technik des Hallenbads nach 30 Jahren Betrieb für fast eine Millionen DM aufwendig saniert. Mit dieser sechsmonatigen Sanierung bezog der Rat der Stadt Hilchenbach eindeutig Position gegen eine drohende Schließung des Hallenbads.

Nicht zuletzt der Umstand, dass man sich Mitte der 1980iger Jahren gegen den Umbau in ein Erlebnisbad entschieden hatte, führte dazu, das kostengünstigere Hallenbad als reines Schwimmbad weiter betreiben zu können. Grundsätzlich ist der Bäderbetrieb für Kommunen immer mit einem enormen Kostenaufwand verbunden und kann nie kostendeckend arbeiten. Dies zeigt sich auch heute immer wieder, wenn Bäder geschlossen werden müssen und insbesondere Kinder darunter leiden, in der Schule nicht mehr schwimmen lernen zu können. Dieser Umstand führt in den Sommern oft zu tödlichen Schwimmunfällen.

Dass sich der Sanierungsaufwand schließlich lohnte, zeigte sich bereits im Jahr 2000 mit einem Besucherzuwachs von 22 Prozent.

2004 nahm die Stadt Hilchenbach erste Gespräche mit der Lenne Therme aus Lennestadt-Meggen wegen Verpachtungsplänen auf und schloss schließlich einen Badbetreiber-Vertrag mit dem privatwirtschaftlichen Unternehmen ab. Bis heute betreibt das Unternehmen neben vier weiteren kommunalen Bädern in der Region das Hallenbad in Dahlbruch. Ganz aktuell plant die Lenne Therme dort eine Erweiterung um die Angebote Fitness und Sauna.