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Hilchenbacher Geschichtsverein erkundete "Westfälische Salzwelten"

Hilchenbacher Geschichtsverein erkundete „Westfälische Salzwelten“

Die Jahresfahrt des Hilchenbacher Geschichtsvereins führte am 12. Oktober nach Soest und Bad Sassendorf.

Zunächst waren die 31 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter sachkundiger Führung in der Soester Altstadt „gemütlich unterwegs“.

Der Rundgang begann am Großen Teich und endete am Markt. Dabei wurde St. Maria zur Höhe oder auch Hohnekirche mit dem Scheibenkreuz und der Apsismalerei aufgesucht sowie St. Maria zur Wiese oder auch Wiesenkirche. Besondere Bewunderung fand das westfälische Abendmahl mit Jesus und den 12 Aposteln, entstanden um 1500.

Zum Mittagessen gab es unter anderem die westfälischen Spezialitäten Schweinebäckchen und Pfefferpotthast.


Soest gehört zu einer Siedlungskette mit anderen Orten, die in ihrer Lage besonders begünstigt ist. Zahlreiche Quellen nördlich des Haarstranges sorgen für reichlich Wasser, der Bördeboden ist besonders fruchtbar, der nahegelegene Hellweg förderte den Handel. Sole-Vorkommen ermöglichten schon im Mittelalter die Gewinnung von Salz, dem „weißen Gold“.

Darüber hinaus entwickelte sich Soest zu einer der bedeutendsten Hansestädte des Mittelalters. Durch die Aktivitäten Soester Kaufleute wurde sogar Soester Stadtrecht selbst zum Exportartikel bis hinein in den Ostseeraum.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es weiter nach Bad Sassendorf in das noch junge Museum „Westfälische Salzwelten“ (2015).

Hier wird in eindrucksvoller Weise Geschichte rund um das Salz erzählt. Ausgehend vom „weißen Gold“ wird der heute billige Rohstoff in den verschiedensten Lebenswelten sichtbar. Etwa 15000  Produkte mit dem Grundstoff Salz begegnen uns im Alltag. Unser heutiges Leben sähe ohne dieses Allerweltsprodukt völlig anders aus. Für Lebensmittel, Ernährung und winterliche Straßen werden nur ungefähr 10 Prozent der Salzproduktion verbraucht. Der übrige Teil gehört der Industrie – vom Waschmittel bis zu Glas- und Kunststoffherstellung.

Für Bad Sassendorf erklärt der Wert des Salzes im Laufe der Geschichte den Wandel des dörflichen Lebens in Wirtschaft und Gesellschaft. Von der Salzgewinnung in Siedehütten und Salinen über den Salzhandel hin zur Nutzung der Sole für Thermalbad und neuem Gradierwerk -  ausschließlich für gesundheitliche Zwecke. Die Salzgewinnung hat schon lange ausgedient.

Aber auch diese Ausrichtung des heute bedeutenden Kurortes fand bei den Besuchern reges Interesse.