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Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Helga Weber ausgezeichnet

Helga Weber ist im April 2012 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden. Im Namen des damaligen Noch-Bundespräsidenten Christian Wulff hat der stellvertretende Landrat Jürgen Althaus der Hilchenbacherin diese besondere Auszeichnung überreicht.

Zu den Teilnehmern dieser außergewöhnlichen Ehrung gehörte auch Stadtrat Udo Hoffmann (im Foto links). Für den Rat und die Verwaltung der Stadt Hilchenbach sprach er seiner sehr engagierten Mitbürgerin große Anerkennung aus, beglückwünschte Helga Weber zu dieser verdienten Auszeichnung und überreichte ihr einen Blumenstrauß, verbunden mit dem Wunsch für die Zukunft "persönlich alles Gute, viel Kraft und Gottes Segen".

Udo Hoffmann betonte dabei, dass die Hilchenbacherin in vorbildlicher Weise eigene Interessen zurückgestellt hat und dafür auch bereit war, den Verlust von persönlicher Freizeit in Kauf zu nehmen. Bewusst grenzte er ihre Auszeichnung von den üblichen Ehrungen von bekannten Sportlerinnen und Sportlern oder anderen prominenten Persönlichkeiten ab und hob hervor: "Eine Gemeinschaft lebt aber vor allem davon, dass Menschen im Kleinen, im eigenen Bereich bereit sind, sich einzusetzen oder sogar anderen zu „dienen“." Leider nimmt diese Bereitschaft in unserer Gesellschaft immer mehr ab, bedauerte Udo Hoffmann und er-gänzte: "Viele leben nach dem „Motto: „Wenn jeder an sich denkt, ist auch an alle gedacht.“

Insofern freut sich der Stadtrat über Menschen wie Helga Weber, die ein gutes Gegenbeispiel zu diesem leider zu weit verbreiteten egoistischen Denken liefern: "Die Stadt Hilchenbach kann sich glücklich schätzen, Menschen mit Ihrer Haltung in ihren Reihen zu wissen", schloss Udo Hoffmann sein Lob für das aufopferungsvolle Wirken der Hilchenbacherin.

Auf Einzelheiten dieser vorbildlichen Lebensleistung war zuvor der stellvertretende Landrat Jürgen Althaus eingegangen. Neben ihrem jahrzehntelangen sozialen Engagement zeichnet sich Helga Weber besonders durch die langjährige Pflege mehrerer Familienangehöriger aus. Bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand 2007 war die Hilchenbacherin als Krankenpflegerin im Evangelischen Krankenhaus Kredenbach tätig. Seit Jahrzehnten pflegt sie ihre von Geburt an schwerstbehinderte Schwester, die weder laufen noch sprechen kann. Als ihre Tochter im Mai 2010 an Brustkrebs erkrankte, unterstützte die Hilchenbacherin sie und ihre Familie im Haushalt. Zuvor pflegte sie bereits 1979/1980 ihre Schwiegermutter und ihren im Sommer 2000 verstorbenen Ehemann in den letzten Monaten vor seinem Tod.

Trotz all der zeitintensiven Pflege und ihres lebenslangen Einstehens für die Familie fand Helga Weber seit 2008 noch Gelegenheit als Wanderwartin im SGV Hilchenbach zu fungie-ren. Bereits zuvor hatte sie ihren Ehemann unterstützt, der das Amt vor ihr ausübte. Helga Weber organisiert mehrtägige Wanderungen und bringt sich bei Festen und Veranstaltungen ihres Vereins in die Organisation und Durchführung ein. Im Dezember 2010 erkrankte Helga Weber selbst an Brustkrebs und musste sich einer Operation und Chemotherapie unterziehen.

"Ohne Menschen wie Sie, die bereit sind, sich über das Maß hinaus für ihre Nächsten einzu-setzen, funktioniert unser Gemeinwesen bestenfalls dürftig", zog Jürgen Althaus sein persönliches Fazit und betonte: "Das geht nur, wenn man das Herz sprichwörtlich am rechten Fleck hat."