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Kultur-/Erlebnis- und Bildungsreise "Gedenkstättenfahrt nach Hamburg"

Gedenkstättenfahrt Hamburg 2018: Tolle Gruppe, spannende Erfahrungen und wertvolle Erkenntnisse

In der ersten Osterferienwoche vom 26. bis zum 30. März machte sich eine 25-köpfige Gruppe aus Hilchenbach und Umgebung auf Spurensuche zwischen „gestern und heute“ im Zusammenhang der deutschen NS-Geschichte. 

Nachdem es im letzten Jahr nach Berlin ging, war das Ziel der diesjährigen Gedenkstättenfahrt des Kinder- und Jugendbüros Hilchenbach das aufregende und vielseitige Hamburg. Durch die Kooperation zwischen der Stadt Hilchenbach und dem Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein e.V. konnten insgesamt 22 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zum geringen Beitrag von je 50,00 Euro, fünf Tage lang Hamburg und seine Geschichte während des Nationalsozialismus erkunden.

Mit zwei thematischen Stadtführungen konnten die Jugendlichen eine erste Orientierung in Hamburg erhalten und schließlich auch einiges über die Stadt und ihre Rolle während der NS-Zeit erfahren. Vertiefen konnten sie ihre Spurensuche im wahrsten Sinne des Wortes in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, wo sie echte Fundgegenstände auswählen und deren Geschichte in Kleingruppen selbstständig erforschen konnten.

Dass oftmals die Dinge anders kommen als man denkt oder plant, dass Besitztümer und Normalität vergänglich sind, konnte im Auswanderermuseum Ballinstadt festgestellt werden. Einige Jungen und Mädchen haben bereits selbst die Erfahrung gemacht, geliebte Menschen, Orte und Dinge zurücklassen zu müssen und teilten diese Erfahrung mit der Gruppe. Es wurde deutlich: Migration ist ein zeitloses Thema, das im „Gestern“ sowie im „Heute“ präsent ist!

Im U-Boot-Museum wurde es eng: Die stillgelegte „U-434“ aus Russland bot im Einsatz Platz für über 80 Marinesoldaten, die teilweise zwischen den Maschinen ihre Schlafmatratzen hatten – oder im Notfall auf dem gemeinsamen Esstisch operiert werden konnten!

Zwischen den einzelnen Programmpunkten erkundeten die Jugendlichen Hamburg auf eigene Faust mit S-und U-Bahn, mit der Fähre oder auch zu Fuß. Auf der Aussichtsplattform der Elbphilharmonie wurden Selfies geschossen, der Hamburger Dom bot mit seinen Kirmes-Fahrgeschäften bunte Unterhaltung, einige besuchten gemeinsam einen Poetry-Slam, andere ein Musical. Eine ausgewogene Mischung aus Freizeit und Programm und die Jugendlichen selbst sorgten für gute Stimmung, sodass am Ende die Heimreise bedauert wurde.

Der bildungspolitische Aspekt der Reise war ebenfalls ein voller Erfolg. Im gemeinsamen Abschlussgespräch waren sich die Teilnehmenden einig: So etwas wie der Holocaust darf nie wieder passieren! Und: Man sollte Menschen nicht so schnell in Schubladen stecken und Vorurteile verhindern, indem man sich gegenseitig kennenlernt. Einen guten Beitrag hat die Gruppe selbst bereits während der Reise geleistet: Die menschliche Vielfalt wurde untereinander akzeptiert und gelebt!