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City Trips

Gedenkstättenfahrt Berlin 2019 „ Auf den Spuren der SED-Diktatur“

Wie wichtig das Thema „Freiheit“ und „Vielfalt“ für eine Gesellschaft und die Menschen ist, erlebten 21 Jugendliche und junge Erwachsene hautnah auf der Gedenkstättenfahrt nach Berlin. In Kooperation mit dem Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein und unter der Leitung von Moritz Hein und Juliane Kirschner sowie Heike Kühn vom Kinder- und Jugendbüros der Stadt Hilchenbach machte sich die interessierte Reisegruppe auf eine gemeinsame Spurensuche.

Die Frage, ob man sich im ehemaligen Osten oder Westen befindet, ist im Stadtteil „MITTE“ nicht immer ganz einfach. Deshalb ging es los mit einer kontrastreichen Kieztour von schickimicki bis alternativ durch den Stadtteil. Kaum zu glauben, dass hier kurz nach der Wende das alternative Leben blühte. Überlebt haben im Viertel unter anderem die Kneipe „Zosch“ und das Haus Schwarzenberg – mit Kunstwerken und Malereien von Street-Art Künstlern auf brüchiger Fassade.

Beim Besuch im „Demokratie-Labor“ des Deutschen Historischen Museums wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in sieben Themenräumen zur kritischen Reflexion eingeladen, wie Demokratie in Deutschland gelingt und auch in Zukunft gelingen kann. In Kleingruppen entstanden lebendige Diskussionen unter anderem beim Thema „Kinderbetreuung“ und „Berufseinkommen“. In der konkreten Auseinandersetzung mit verschiedenen Meinungen und Positionen konnte die Gruppe unmittelbar Demokratie erfahren und schätzen. 

Der Seminartag in der Gedenkstätte an der Berliner Mauer erzeugte die bewegensten Momente der Bildungsreise. Der Zeitzeuge Joachim Neumann erzählte von seinem Leben und den Einschränkungen zu DDR-Zeiten, von seiner eigenen spektakulären Flucht und später von seinen Erlebnissen als Tunnelbauer. Der heute 80jährigen konnte unter großen Gefahren, vielen Menschen die Flucht in den Westen und in ein freies Leben ermöglichen. Ein fotografischer Streifzug über das Gelände an der Bernauer Straße konfrontierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der „Mauer“ und den Schicksalen, die sich dort ereigneten.

Zwischen den einzelnen Programmpunkten erkundeten die Jugendlichen Berlin auf eigene Faust mit S-und U-Bahn oder auch zu Fuß. Am Brandenburger Tor wurden Selfies geschossen, am Ku-Damm geshoppt, am Kotti internationale Spezialitäten gekostet und im Bergmannkiez Secondhand-Schnäppchen gekauft. Ein Highlight der Besuch der „Brotfabrik“ und des Improtheaters „The Naked Stage“ bleiben unvergesslich. Eine ausgewogene Mischung aus Freizeit und Programm und die tolle Gruppe selbst sorgte für gute Stimmung, sodass am Ende die Heimreise bedauert wurde.

Was bleibt nach der Reise für die Jugendlichen im Gedächtnis? Im gemeinsamen Abschlussgespräch zeigten sich viele dankbar, dass sie solche Einschränkungen des Privatlebens, wie sie der SED-Staat ausübte, nicht erleben müssen. Die Reisefreiheit oder die Freiheit der Berufswahl kann die Gruppe in ihrem Alltag wertschätzen. Einige äußerten die Sorge, dass in Europa und Amerika neue Mauern hochgezogen werden und bekräftigen die Wichtigkeit einer freien und demokratischen Gesellschaft. Dazu ist die Gruppe ein gutes Vorbild, denn Kompromissbildung und Meinungsaustausch können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen!