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Barrierefreiheit ist ein MehrWert für alle Menschen

Barrierefreiheit ist ein MehrWert für alle Menschen

- auch im Einzelhandel, Gastronomie- und Hotelgewerbe

Vom „MehrWert“ für alle konnten sich am Dienstagabend, den 25. September 2018, weit mehr als die 50 angemeldeten Gäste aus Einzelhandel, Gastronomie- und Hotelgewerbe, Politik, Verwaltung und Selbsthilfe überzeugen lassen. Gastgeberin für diese Veranstaltung war die Celenus Klinik für Neurologie in Hilchenbach.

Das Organisations-Team bestehend aus Nina Ehrler, Stadtmarketing und Gudrun Roth, Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Hilchenbach und Moderatorin des Arbeitskreises Barrierefrei überraschten ohne Ankündigung zu Beginn des Abends die Anwesenden mit einem Video. Dieses wurde gemeinsam mit Filmproduzent Rainer Fränzen aus Müsen entwickelt.

Ein Thema welches sich umfangreicher darstellt als gedacht und von dem mehr Menschen betroffen sind als vermutet!

Der Film zeigte Positivbeispiele aus Hilchenbach, wie alltägliche Herausforderungen und Hindernisse für Menschen mit Behinderungen abgebaut werden können. Wie zum Beispiel Barrierefreiheit im Hotel Hof 31 umgesetzt wird, wie eine abgesenkte Theke im Klinikcafé  das Bezahlen im Rollstuhl erleichtert oder breite Wege im Kassenbereich den Einkauf mit Kinderwagen im Einzelhandelsgeschäft Nahkauf Paul ohne Probleme möglich macht.

Nach dem Film begrüßte Heike Henrichs-Neuser, Marketingbeauftragte der Celenus Klinik stellvertretend für die verhinderte Klinikdirektorin Susanne Halhuber die Gäste. Bürgermeister Holger Menzel schloss sich in seiner Ansprache an. Er betonte, dass es nicht möglich ist alle Barrieren jetzt sofort zu beseitigen, aber durch viele kleine Veränderungen eine große Verbesserung für alle möglich sei. Er schloss mit der Aussage: „Hilchenbach ist auf einem guten Weg!“ 

Nun klärte Nina Ehrler über das Zustandekommen dieser Kooperationsveranstaltung auf und dass das zuerst für sie fremde Thema sie immer mehr gefangen nahm. Gudrun Roth war über die Mitwirkung und Sensibilisierung aller Beteiligten zum heutigen Abend sehr erfreut. Außerdem wies sie darauf hin, dass der Arbeitskreis seit 2009 aktiv ist. Nächstes Jahr feiert er sein 10-jähriges Jubiläum. Dort soll nochmal zurückgeschaut werden, was hat sich verändert, was gibt es schon und was kann in Hilchenbach noch verbessert werden?

Danach startete Manuel Salomon, vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben im Regierungsbezirk Arnsberg mit seinem Vortrag. Er sprach aus eigener Erfahrung und bewirbt Barrierefreiheit als Merkmal des Zielgruppenmarketing bei Vertretern von Einzelhandel, Gastronomie- und Hotelgewerbe. Der Rollstuhlfahrer will keinen Bordstein, der Blinde kann nicht darauf verzichten und dann gibt es noch die Menschen mit Panikstörung die sagen: Die Farbe oder Form des Pflasters macht uns Angst. Salomon erklärt mit dem Beispiel, dass es schwierig ist, es allen Recht zu machen, aber kleine Dinge bewegen schon oftmals die Welt.

Manja Weisgerber, Leiterin der Arbeits- und Ergotherapie in der Celenus Klinik arbeitet schon 17 Jahre dort. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen mit Behinderungen Barrierefreiheit in ihren eigenen vier Wänden zu organisieren. Aber ganz wichtig: Barrierefreiheit beginnt im Kopf! Sie erzählt aus ihren Erfahrungen und aus ihrer Zeit in der Ausbildung. Dort hat Manja Weisgerber erkannt, dass sie den Menschen auf Augenhöhe begegnen muss. „Wir müssen uns der Situation stellen und nicht wegschauen“, so Weisgerber.

Im Anschluss konnte man sich bei Häppchen und Getränken des Klinikcafe´s austauschen oder sich an der Selbsterfahrungsecke und -parcours ausprobieren. Wie ist es mit einer Hand eine Gurke zu schälen? Oder wie überwinde ich Hürden mit dem Rollstuhl?

An Informationsständen im Eingangsfoyer stellte der Verein Invema seine Arbeit vor, des Weiteren präsentierten sich der Kreis Siegen-Wittgenstein, das KSL Arnsberg, der Arbeitskreis Barrierefrei und der Blinden- und Sehbehindertenverein Siegen-Wittgenstein e.V..

Nach der kurzen Pause stellte sich Augenoptiker Thomas Krumm von Besser Sehen Krumm KG aus Dahlbruch vor. Er zeigte verschiedene Testbrillen oder Sehhilfen mit denen Personen mit Sehbehinderungen oder Krankheiten wieder besser sehen können. Seien es Blendungsgläser, Lupengläser oder Vergrößerungsgeräte mit 8-fachem Zoom.

Zum Schluss bedankten sich Gudrun Roth und Nina Ehrler ganz herzlich bei der Celenus Klinik und dem Kreis Siegen-Wittgenstein als Sponsoren, bei allen weiteren Mitwirkenden der Veranstaltung, den Vortragenden, dem Filmschaffenden und allen Akteuren des Videos. Zuletzt auch bei allen Besucherinnen und Besuchern des Abends, die mit geschärftem Bewusstsein für einen Abbau von Barrieren als MehrWert für alle die guten Beispiele in ihr Lebens- und Arbeitsumfeld weitertragen.

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