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Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept

Stadtteil-Rundgänge in Lützel, Grund und Vormwald am 15. September 2017  

Drei Ortschaften – zwei große Ziele:

Weiterentwicklung der Dorfgemeinschaftseinrichtungen und

Verkehrsberuhigung der Ortsdurchfahrtsstraßen

Teil 3 der Dorfrundgänge im Prozess zur Erstellung des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) brachte eine Rekordbeteiligung. Dies war in erster Linie dem großen Interesse in Lützel und Grund zu verdanken, wo jeweils rund 25 junge und ältere Leute dabei waren.

Wetterbedingt hatte die Dorfgemeinschaft in Lützel einen Plan B für ihren Ortsrundgang vorbereitet. Er erfolgte aufgrund intensiver Regenfälle am Nachmittag virtuell mit einem Vortrag im Dorfgemeinschaftshaus. Als positiver Nebeneffekt dieser Lösung erwies sich, dass auch der ansonsten im gemeinsamen, abendlichen Workshop in Vormwald zu führende Meinungsaustausch direkt in großer Runde erfolgte.

Nach der Begrüßung durch Ortsvorsteher Rainer Müller erläuterte Nicolai Sieber vom beauftragten Büro AG Stadt unter anderem die mit einem IKEK verbundenen Fördermöglichkeiten. Inwieweit eine von der Lützeler Bevölkerung gewünschte Verkehrsberuhigung der Ortsdurchfahrtsstraße aus Sicherheitsgründen und wegen der Lärmbelästigung der Anwohner eine Maßnahme sein könnte, ließ Nicolai Sieber offen, da hierüber erst nach Einreichung aller Projektvorschläge in Hilchenbach entschieden werden kann. Die alternativ gewünschte Ortsumgehungsstraße kann jedenfalls nicht zu einem IKEK-Projekt werden.

Beim Stichwort „Projektvorschläge“ wurde Johannes Müller konkret. Der junge Lützeler stellte das Zukunftskonzept Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ vor. Bewohner hatten die Vorschläge zur Weiterentwicklung des Gebäudes gemeinsam vor kurzem erarbeitet, um die von vielen Gruppen genutzte Gemeinschaftseinrichtung besser verwenden zu können. Hauptprobleme sind die fehlende Barrierefreiheit und die bescheidene Ausstattung der Räumlichkeiten, die die Nutzungsmöglichkeiten sehr einschränken. Auch die Gestaltung und Aufwertung des Außengeländes, zum Beispiel durch einen Spiel- und Grillplatz, ist Bestandteil der angestrebten Weiterentwicklung in der Dorfmitte. Nicolai Sieber zeigte sich beeindruckt und merkte an, dass dieses Zukunftskonzept ein typisches Projekt für eine Förderung im Rahmen des IKEKs und eine sehr gute Grundlage für die nun einzureichende Projektskizze ist.

Weitere von der Lützeler Dorfgemeinschaft angesprochene Wünsche sind die Gestaltung des Bereiches um den Dorfbrunnen, ein neues Soccer- und Volleyballfeld, die Renaturierung des Lützelbachs und ein barrierefreier Wanderweg von der Dorfmitte zur Ginsberger Heide.

Ein weiteres touristisch geprägtes Thema ist die zukünftige Nutzung des Skigeländes einschließlich der seit langem leerstehenden Gaststätte. Hierzu verwies Nicolai Sieber auch auf einige Vorschläge aus dem Nachbarort Grund zur Attraktivitätssteigerung auf der Ginsberger Heide. Er regte die Erstellung eines Gesamtkonzepts mit mehreren verschiedenen touristischen Aktionspunkten an, die dann gegebenenfalls nach und nach verwirklicht werden könnten.

Auch zur Verbesserung der Verkehrsanbindung wies Nicolai Sieber auf eine Zusammenarbeit mit Grund hin, wo dieses Problem durch ein eigenes Dorf-Auto gelöst wurde.

Apropos Grund. Auch hier zeigte die Bevölkerung ein großes Interesse am Dorfrundgang, der dann auch tatsächlich bei Sonnenschein wie geplant durchgeführt werden konnte. Nach der Begrüßung durch Ortsvorsteher Martin Born führte Nick Stein von der Dorfjugend die Gruppe durch Grund. Auch hier ist die Weiterentwicklung des Dorfgemeinschaftshauses und des Angebotes in der Dorfmitte ein großes Thema. Ideen sind ein Vereinscafé und der Bau eines Backes.

Christoph Rothenberg brachte sogar die Idee des Neubaus des Feuerwehrgerätehauses in der Dorfmitte ins Gespräch. Ein Hintergrund seiner Idee ist unter anderem die Verbesserung der Energieversorgung durch ein Blockheizkraftwerk, dessen Wärme dann auch für das Dorfgemeinschaftshaus und die Sporthalle genutzt werden sollte. Außerdem ist das vorhandene Feuerwehrgerätehaus deutlich zu klein und weist verschiedene Raum- und Nutzungsmängel auf. Alternativ zum Abriss und Neubau ist daher auch weiterhin die ursprünglich angestrebte Erweiterung ein Ziel. Gerade die öffentlich genutzten Gebäude sind also ein wichtiges Entwicklungsthema. Dazu gehört neben den drei genannten auch das Evangelische Gemeindehaus, das ebenfalls sanierungsbedürftig ist.

Als kleineres Projekt stellte Nick Stein die Anlegung eines Barfußpfades im Jung-Stilling-Garten vor, mit dem der Heimatverein den bei Wanderern beliebten Rastplatz noch weiter aufwerten möchte.

Die Teilnehmenden fragten auch nach der Förderung privater Maßnahmen im Rahmen von IKEK. Hierzu erläuterte Nicolai Sieber, dass abhängig von den Kosten eine Förderung bis zu maximal 30.000 Euro bei ortsbildprägenden Gebäuden möglich ist.

Wie in Lützel spielte auch in Grund ansonsten das Thema Verkehrssicherheit eine große Rolle. Neben dem Gefahrenpunkt am Abzweig der Straße „In der Tränke“ sorgt sich die Bevölkerung um die stark befahrene Ortsdurchfahrtsstraße. Hierzu wünscht man sich dringend Maßnahmen angefangen vom Abzweig „In den Kämpen“ bis hinauf zum Bahnhof „Zollposten“.

Dritter Ort und zum dritten Mal war die Verkehrsgefährdung ein Schwerpunktthema. Auch in Vormwald wünscht sich die Bevölkerung Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Durchfahrtsstraße. Sowohl eine Ampelanlage nach dem Vorbild im Stadtteil Hadem als auch ein Fußgängerüberweg, also „Zebrastreifen“, gehörten zu den Anregungen. Außerdem wünscht sich die Dorfgemeinschaft eine Aufwertung des Weges zur und der Bedarfshaltestelle der Bahn in Vormwald selbst. Auch ein Ausbau der Wirtschaftswege rund um Vormwald wurde angesprochen.

Gerade zu diesen Maßnahmen machte Nicolai Sieber deutlich, dass diese nicht Bestandteil einer IKEK-Förderung sein können. Die Stadt Hilchenbach wird die gewünschten Verbesserungen nach Bürgermeister Holger Menzel aber bei den zuständigen Behörden anregen.

Der Rundgang durch Vormwald endete, wo er mit der Begrüßung durch Ansprechpartner Dieter Kunze begonnen hatte: beim Dorfgemeinschaftshaus. Der Vorsitzende des Heimatvereins und seine Mitstreiter machten deutlich, dass auch bei diesem von sehr vielen Gruppen genutzten Gebäude Handlungsbedarf besteht, angefangen bei der fehlenden Barrierefreiheit, womit sich der Kreis der drei Stadtteilrundgänge von Lützel über Grund nach Vormwald auch thematisch schloss.

 Im anschließenden Workshop appellierte Nicolai Sieber nochmals an die rund 15 Teilnehmenden die vielen vorgestellten und vorgetragenen Ideen nun in Projektskizzen darzustellen und diese für die Berücksichtigung im weiteren IKEK-Prozess einzureichen. Das dafür benötigte Formular steht als Donwload zum Herunterladen rechts unter "Dokumente" zur Verfügung.

Die Stadtteilrundgänge werden am 18. September in Obendorf, Hadem und Helberhausen fortgesetzt. Interessierte sind herzlich willkommen!