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Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept 

Gelungener Abschluss der IKEK-Rundgänge in den Stadtteilen:

Sehr großes Interesse in Dahlbruch und Müsen

Der Abschluss der Stadteilrundgänge passte. Nicht nur, dass erstmals kein Tropfen Regen fiel, auch das Interesse der Bevölkerung sorgte bei Dr. Jürgen Schewe vom beauftragten Büro MSP ImpulsProjekt für Erstaunen.

Am 25. September startete der Rundgang durch Dahlbruch mit rund 30 Teilnehmenden und der Begrüßung durch den Stadtverordneten Michael Stötzel vom IKEK-Lenkungskreis am Bernhard-Weiss-Platz. Dort interessierte zunächst einige Anwesende besonders, wann die Baumaßnahme für das Projekt „Kultureller Marktplatz“, mit dem das Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum zukunftsfähig neu gestaltet werden soll, anfängt. Die städtische Architektin Katrin Baldursson-Schütz machte Hoffnung, dass Ende 2018 mit dem Abriss der Turnhalle begonnen wird.

Auch Jugendkultur braucht ihren Platz!

Schnell machten die Dahlbrucher deutlich, dass ihnen neben der Hochbaumaßnahme auch die Neugestaltung des Außengeländes einschließlich des Fußweges zur Dorfmitte wichtig ist. So gehören zum Beispiel Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, die Einbeziehung des Bachlaufs als Erlebnisbereich, eine Kletteranlage, ein Grillplatz, ein Ruhe- und Aufenthaltsbereich für ältere Menschen sowie die barrierefreie Platzgestaltung („kein Pflaster“) zu den vielen Anregungen. Auch Skulpturen, die eine Verbindung zur Stahlindustrie und der Firma SMS Siemag schaffen, können sich einige entlang des Fußwegs oder in der erweiterten Ortsmitte vorstellen. Ebenso könnte für das Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum mit seinem vielfältigen Angebot nicht nur an der Bundesstraße B 508, sondern zum Beispiel auch auf der weitgehend ungenutzten Grünfläche beim Abzweig „Am Kampen“ deutlicher geworben werden. Besonders zu betrachten ist bei der Entwicklung rund um den Bernhard-Weiss-Platz die Problematik fehlender Parkplätze, die bei den vielen Großveranstaltungen und Angeboten schon jetzt immer wieder deutlich wird.

Einige Dahlbrucher betonten allerdings, dass bei den vielen Wünschen nach Neuem der Erhalt und die Pflege von vorhanden Anlagen und Straßen nicht vergessen werden sollten.

Aus der Ortsmitte machte sich die Gruppe auf zur Notunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Hauptschule. Überlegungen, dieses Grundstück für Seniorenwohnungen oder noch besser für ein gemischtes Mehrgenerationenwohnen zu nutzen, nahm Bürgermeister Holger Menzel ein wenig „den Wind aus den Segeln“. Er verdeutlichte, dass zurzeit niemand absehen kann, wie lange die Stadt Hilchenbach zumindest Teile des Gebäudes weiterhin für die Unterbringung von Flüchtlingen benötigt. Für eine zukünftige Nutzung des Geländes bevorzugt Holger Menzel allerdings auch eine familienfreundliche gemischte Nutzung durch alle Generationen, wobei verschiedene Wohneinheiten unterschiedlich und bedarfsgerecht für die jeweilige Altersgruppe gestaltet werden sollten. Ortsheimatpfleger Michael Thon ergänzte, dass auch bei Plänen für eine neue Bebauung das historische Gebäude „Alte Schule“ für den Ort unbedingt erhalten und sinnvoll genutzt werden sollte. Insgesamt sollte dieser Bereich („Das Herz von Dahlbruch“) in der Aufenthaltsqualität aufgewertet und über einen Rundweg besser in die Ortsmitte eingebunden werden.

Ebenfalls noch keine Zukunftsperspektive gibt es für ein weiteres bedeutendes Gebäude in Dahlbruch, die evangelische Kirche. Diese wird bereits seit einiger Zeit von der Kirchengemeinde nicht mehr genutzt und ist auch schon entwidmet. Für eine vorrübergehende Nutzung hat sich zumindest der TuS Dahlbruch und beim Rundgang auch das Kinder-, Jugend- und Familienbüro der Stadt Hilchenbach ins Gespräch gebracht und zwar für den Zeitraum, in dem wegen des Neubaus beim Projekt „Kultureller Marktplatz“ deren bisherige Räumlichkeiten nicht zur Verfügung stehen.

Rekordbeteiligung in Müsen

Noch deutlicher als in Dahlbruch war die Aufbruchsstimmung in Müsen zu spüren. Der erst vor Kurzem im Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mit „Gold“ ausgezeichnete Stadtteil setzt darauf, mit Hilfe von Fördermitteln aufgrund des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzepts weitere Projekte umsetzen zu können, die seit einiger Zeit auf der Wunschliste stehen. Entsprechend groß war das Interesse am Rundgang. Über 50 Müsener waren dabei, darunter erstmals auch sehr viel junge Leute, wie Dr. Jürgen Schewe bei seiner Begrüßung im Dorfinformationspark erfreut feststellte.

Andreas Bolduan als Ansprechpartner im Dorfwettbewerb und auch beim IKEK-Rundgang betonte zu Beginn, dass der Dorfgemeinschaft der Erhalt der ortsbildprägenden historischen Gebäude in der Ortsmitte sehr wichtig ist. Auch die Entwicklung der Menage gehört zu den privaten Gebäuden und Projekten, die von einer IKEK-Förderung profitieren können. Größere Wohngebäude könnten auch zu Mehrgenerationenhäusern umgebaut werden.

Weitere Anlaufstelle war in Müsen die sogenannte „Kirchwiese“, auf der neben einem sich langsam entwickelnden Biotop möglichst ein Mehrgenerationenpark mit Spielmöglichkeiten für Jung und Älter und weiteren Attraktionen entstehen soll.

Auch das Freibad soll weiter entwickelt und noch attraktiver werden. Hierzu hat der TuS Müsen schon sehr konkrete Planungen, angefangen bei einem Sandstrand mit „Südsee-Feeling“.

Abschließendes Ziel beim Rundgang war das Bürgerhaus, das nach den Vorstellungen der Dorfgemeinschaft Müsen nicht nur teilweise saniert, sondern insbesondere bedarfsgerecht um einen kleinen Anbau erweitert werden sollte. Geschätzte Gesamtkosten von rund 40.000 Euro sind dafür zu erwarten, wobei Eigenleistungen dazu beitragen sollen, den Betrag zu unterschreiten.

Weitere Projektidee ist ein mobiler „Backes“, der auch in anderen Ortschaften zum Backen genutzt werden könnte. Dies würde auch die Finanzierung der angenommenen 15.000 Euro Kosten erleichtern. Um die Mobilität zu verbessern und eine Alternative zum nicht so reichhaltigen ÖPNV-Angebot zu schaffen, ist die Einrichtung einer „Mitnahme-Bank“ im Gespräch. Und auch die Jüngsten sollen nicht vergessen werden, wenn es darum geht, den Spielplatz bei der Stahlberg-Grundschule für zurzeit etwa 80 Kinder in Müsen zu erhalten und attraktiver zu gestalten.

Besonders interessant verlief der Workshop im Bürgerhaus im Hinblick auf ein touristisches Projekt. Im Meinungsaustausch entstand der Vorschlag, verschiedene Wünsche, wie die weitere Gässchen-Beschilderung, die Weiher und Dorfbrunnen über das Gelände rund um das Ehrenmal bis hin zum Rastplatz „Grube Brüche“ in einem geschichtlich geprägten Lernpfad zusammen zu fassen. Dieser Weg könnte von der „Grube Brüche“, die nach Wunsch der jungen Teilnehmer zum Grillplatz ausgebaut werden sollte, dann über historische Hohlwegeverbindungen sogar bis nach Dahlbruch fortgeführt werden.

Weiteres verbindendendes Element zwischen den beiden Nachbarorten könnte nach Vorstellung der Teilnehmenden am Workshop der vorhandene Rad- und Fußweg zwischen der Ortsmitte von Dahlbruch nach Müsen sein. Diese Strecke müsste allerdings deutlich attraktiver gestaltet werden.

Wie geht es bei IKEK weiter?

Nach den Rundgängen und Workshops ist vor den IKEK-Foren, bei denen die Bürgerbeteiligung erneut eine große Rolle spielt. Das erste Treffen soll unmittelbar nach den Herbstferien Anfang November stattfinden.

Doch zuvor legen sowohl die als Arbeitsgemeinschaften beauftragten Büros MSP ImpulsProjekt und AG Stadt als auch die Stadtverwaltung Wert darauf, dass die Bevölkerung aus allen Stadtteilen möglichst viele Projektskizzen bis zum 20. Oktober 2017 einreicht. Das entsprechende, kurz und einfach gehaltene Formular steht rechts unter "Dokumente" als Download zum Herunterladen zur Verfügung.