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IKEK

Drittes und letztes IKEK-Forum im Ratssaal der Stadt Hilchenbach

Am 2. Mai fand das dritte und letzte IKEK Forum mit rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Ratssaal der Stadt Hilchenbach statt.

Dr. Jürgen Schewe, Inhaber von MSP ImpulsProjekt, und Nicolai Sieber von der AG Stadt unterrichteten über die nun festgelegten Startprojekte, Leitprojekte und Projektideen.

Der Prozess von Beginn der Online-Befragung über die Stadtteilrundgänge und die einzelnen Foren ist jetzt abgeschlossen. Der nächste Schritt ist die Beratung und Empfehlung der Start- und Leitprojekte durch den Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehrsplanung am 6. Juni 2018 an den Rat der Stadt Hilchenbach, der das IKEK in seiner Sitzung am 4. Juli 2018 beschließen soll. Danach muss auch die Bezirksregierung das Konzept genehmigen. Anschließend kann mit der Umsetzung der Projekte gestartet werden, was zeitlich ab dem Jahr 2019 beginnen kann.


Das Leitbild für die Stadt Hilchenbach ist geprägt von neun Kernsätzen, die zur Zukunftsentwicklung und Zielführung beitragen.

Die Projektansätze sind in vier Kategorien unterteilt. Ganz vorne stehen die Leit- und Startprojekte. Leitprojekte besitzen eine herausragende Bedeutung für die Erreichung der im IKEK festgelegten Ziele, zeigen idealtypische, zukunftsweisende Lösungen auf und bilden die Grundlage für die Planung und Umsetzung weiterer Einzelprojekte. Startprojekte können im Gegensatz dazu aufgrund geleisteter Vorarbeiten, günstiger Rahmenbedingungen und geklärter oder zu erwartender Ko-Finanzierung zeitnah verwirklicht werden. Vereinfacht gesagt: Leitprojekte sind besonders wichtig und beispielgebend für die Entwicklung Hilchenbachs. Startprojekte bieten sich an, weil sie relativ schnell erfolgreich umgesetzt werden können. Darüber hinaus gibt es die Projektideen die nicht als Startprojekte eingestuft werden konnten. Da allerdings bereits eine erste Kurzbeschreibung existiert und Ansprechpartner vorhanden sind, besteht die Möglichkeit diese Projekte kurzfristig weiter zu qualifizieren und zur Umsetzungsreife zu bringen. Außerdem besteht noch der Ideenpool, der alle sonstigen für das IKEK bedeutenden Projektvorschläge enthält.

Insgesamt sind es 6 Leitprojekte und 14 Startprojekte, die in vier Handlungsfeldern eingeordnet sind:

Handlungsfeld 1, Entwicklung und Gestaltung der Ortskernbereiche, hat zwei Leitprojekte: Alt-Hilchenbach wird zu Hilchenbach Attraktiv: Bewegungs-, Begegnungs- und Erlebnisroute. In Dahlbruch kommt es zur Stärkung der Ortsmitte und Außenraumgestaltung „Am Kampen“.

Handlungsfeld 2, Gemeinschaftseinrichtungen, Kultur- und Freizeitangebot, hat ebenfalls zwei Leitprojekte: In Müsen soll die Modernisierung der Außenlage des Naturfreibads, einschließlich des Anlegens eines U6-Spielplatz, stattfinden. In Lützel steht das Dorfgemeinschaftshaus in der alten Schule auf dem Plan.

Handlungsfeld 3, Versorgung Betreuung und Mobilität, besitzt ein Leitprojekt, das die Gesamtstadt Hilchenbach betrifft. Ein Radwegekonzept soll für die Stadt Hilchenbach erstellt werden.

Handlungsfeld 4, Natur/Landschaft und Tourismus, hat ebenfalls ein Leitprojekt für die Gesamtstadt Hilchenbach. Das touristische Informationssystem soll mit sechs Standort Displays ausgebaut werden.

Integriertes Städtebauliches EntwicklungsKonzept

2 IKEK-Projekte werden vom Projektbüro als ISEK-Projekte (Integriertes Städtebauliches EntwicklungsKonzept) ausgearbeitet.

Das ISEK ist seit 2008 verpflichtende Grundlage für die Städtebauförderung und ein strategisches Planungs- und Steuerungsinstrument der Stadtentwicklung. Das ISEK als strategische Handlungsgrundlage steuert die kurz- und mittelfristigen städtebaulichen Entwicklungen innerhalb seines definierten Geltungsbereiches. Für Hilchenbach wurden 2 Gebiete als ISEK-Projekte identifiziert:

Der Innenstadtbereich von Hilchenbach sowie Industriebrachfläche des ehemaligen Hammerwerkes in Allenbach.

Nach einer Stärke- und Schwächenanalyse der ISEK-Projekte durch das Projektbüro werden analog zum IKEK ebenfalls Maßnahmen zu den 4 Handlungsfeldern entwickelt.

Dies sind im Handlungsfeld 1 für den Innenstadtbereich zum Beispiel die verkehrliche Umgestaltung des Marktplatzes, ein  Parkraumkonzept, barrierefreie Fußwege, ISG Gerber Park, Information Leerstandseigentümer, Innenentwicklung und die gestalterische Umgestaltung des Marktplatzes. Im  Handlungsfeld 2 stehen die Weiterentwicklung und Aufwertung der Spielplätze sowie ein generationenübergreifendes Bewegungsangebot im Vordergrund. Das Handlungsfeld 3 beinhaltet unter anderem die städtebauliche und funktionale Aufwertung des öffentlichen Raums und die Infrastruktur im Bereich E-Mobilität sowie das W-LAN am Marktplatz. Im Handlungsfeld 4 geht es vorrangig um Freizeit- und Tourismusangebote, eine aktive Vermarktung Hilchenbacher Besonderheiten und den Ausbau der „KlimaWelten“.

Im ISEK-Projekt Hammerwerk Allenbach steht die Revitalisierung des ehemaligen Betriebsgeländes der Vorländer GmbH im Vordergrund: Das Projekt beinhaltet  die Altlastensanierung (Gefahrenbeseitigung), den Abriss der Bestandsgebäude, die Aufbereitung und Erschließung des Geländes als Industrie-/Gewerbegebiet in verkehrsgünstiger Lage. Weitere Einzelmaßnahmen zur Neuordnung und Gestaltung des gesamten Geltungsbereiches, dem Umfeld des Hammerwerks, werden ebenfalls mit aufgeführt. Ein erster aktueller Ansatzpunkt zur Realisierung ist bereits erfolgt: Die Aufnahme in den Flächenpool NRW mit dem Ziel, die Unterstützung und Begleitung bei der Realisierung einer städtebaulich sinnvollen und ökonomisch rentierlichen Entwicklung der Brachfläche zu erhalten.

Das Projektbüro stellte den Zuhörerinnen und Zuhörern zum Abschluss des Forums noch 2 neue Förderprogramme des Landes Nordrein-Westfalen vor:

Dorferneuerung 2018

Das Förderprogramm enthält Maßnahmen, die die Nutzungsvielfalt, das Erscheinungsbild, die Identität und das Gemeinschaftsleben in den Dörfern und damit die Heimat stärken. Fördergegenstände sind Änderung und Umnutzung oder Errichtung von dorfgemäßen Gemeinschaftseinrichtungen der Gemeinde oder Dritter  sowie die Änderung und Umnutzung vorhandener dörflicher Bausubstanz und bestehender Gemeinschaftseinrichtungen. Die Herstellung oder Änderung und Einrichtung dörflicher Plätze, Straßen und Wege zur dorfgemäßen Gestaltung des Ortsbildes und zur Schaffung neuer Kommunikationszentren ist ebenso förderungsfähig. Auch die Herstellung oder Änderung von Grünanlagen, sofern diese soziale Funktionen erfüllen, und private Maßnahmen zur Erhaltung und Gestaltung von Gebäuden und der dazugehörigen Hof-, Garten- und Grünflächen sowie der Abriss leerstehender, nicht erhaltenswerter Gebäude mit anschließender Nutzung des Grundstückes im Sinne der Dorfentwicklung, zum Beispiel zur Schaffung neuer Baumöglichkeiten oder Anlage dauerhafter Grünflächen, sind im Förderproramm Dorferneuerung 2018 enthalten. Die Höhe der Zuwendung beträgt für Maßnahmen der Städte und Gemeinden höchstens 250.000 Euro sowie für Maßnahmen Privater höchstens 50.000 Euro.

„Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen – Wir fördern, was Menschen verbindet“

Bei diesem Programm liegt der Schwerpunkt auf dem Erhalt des historisch-kulturellen Erbes. Förderungsgegenstände sind der Heimat-Scheck für Projekte lokaler Vereine und Initiativen mit  je 2.000 Euro. Mit dem Heimat-Preis sind innovative Heimatprojekte je nach Größe der Stadt oder Gemeinde förderungsfähig mit 5.000 Euro bis 15.000 Euro.

Die Heimat-Werkstatt beinhaltet Ideen zum Thema Heimat, die in „Werkstätten“ entwickelt und verwirklicht werden sollen. Eine Förderung des aufwändigen Prozesses ist mit bis zu 40.000 Euro möglich.

Die Heimat-Fonds unterstützen Initiativen, die ein Heimat-Projekt verwirklichen wollen, durch den Heimat-Fonds: Für jeden eingeworbenen Euro soll es je einen Euro dazugeben (bis maximal 40.000 Euro). Das Heimat-Zeugnis bezieht sich auf Projekte zur lokalen und regionalen Geschichte oder zu besonderen und prägenden Bauwerken, Gebäuden oder entsprechenden Orte in der freien Natur („Lern-Orte“). Die Veröffentlichung der konkreten Förderbestimmungen soll im Sommer 2018 erfolgen.