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Kultureller Marktplatz Dahlbruch

„Eine Mammutaufgabe für Hilchenbach“
Umgekehrter Spatenstich am Kulturellen Marktplatz Dahlbruch

In Dahlbruch tut sich etwas. Endlich. Nach langem Warten und vielen Hoch- und Tiefphasen startete am vergangenen Montag der offizielle Baustart des Projektes „KMD“ Kultureller Marktplatz Dahlbruch. Zu einem sogenannten „Umgekehrten Spatenstich“, wie Baudezernent Michael Kleber das Vorhaben nannte, kamen etwa 60 Gäste an verteilten Stehtischen zusammen, um bei den Abbrucharbeiten am noch bestehenden Gebäudekomplex zuzusehen. Zunächst gaben Bürgermeister Holger Menzel und Baudezernent Michael Kleber einen umfangreichen Rückblick über die einzelnen Phasen des Großprojektes:

2007
Noch unter der Initiative des damaligen Bürgermeisters Hans-Peter Hasenstab kommt es zu einer größeren Zusammenkunft über die Kernnutzung des Kino- und Theatersaals in Kombination mit dem Foyer. Bereits damals wurde festgestellt: Wichtig ist ein Gesamtkonzept.

2009
Erste Planungsüberlegungen zur Errichtung eines zweiten Saals für das bereits bestehende Viktoria-Kino und Gebrüder-Busch-Theater.

2010
Beim zweiten Workshop „Zukunft der Dörfer in Südwestfalen“ wird die Projektidee für die Regionale 2013 vorgestellt. Es folgt die Erstellung eines konkreten Planentwurfes mit Kostenermittlung.

2011
Der fehlende zweite Saal des Kinos/Theaters wird als Grundlage verwendet, um eine Anfrage an die Regionale Südwestfalen 2013 zu stellen. Dies in der Hoffnung, das Strukturförderprogramm könne die Finanzierung unterstützen. Die Vertreter der Regionale sehen vor allem das Potential im Gesamtkomplex mit der vielfältigen Nutzung durch Schwimmbad, Turnhalle, Kino, Theater und Gaststätte. Das Projekt „Kultureller Marktplatz“ entsteht und wird mit der Verleihung des ersten Sterns zum Regionale-Projekt.

2012
In Zusammenarbeit mit der Südwestfalen-Agentur wird das Projekt in einen Städtebauförderantrag gekleidet.

2013
Es ergeht ein Zuwendungsbescheid für einen städtebaulichen Wettbewerb. Parallel zwingt der massive Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen zu einem betrieblich übergreifenden Abstimmungsgespräch.

2014
Auf Grundlage der vorliegenden Planung und der perspektivischen Abzeichnung der Situation, können weitere Baumaßnahmen entschieden werden. Bei der Haushaltsplanung wird dem Projekt die oberste Priorität eingeräumt.  

2015
Der Auftrag wird nach einer europaweiten Ausschreibung an das Architekturbüro Angelis aus Köln vergeben.  

2016
Der Rat beschließt, das Projekt mit einem Kostenvolumen von sieben Millionen Euro weiter zu führen.
Im Dezember wird ein Zuwendungsbescheid zur Städtebauförderung von knapp 1,3 Millionen Euro bewilligt.

2017
Ausschreibung und Vergabe der Fachingenieur-Leistungen. Diese dienen dem Architekten als Grundlage für die Erarbeitung des Bauantrags

2018
Förderung der zweiten und dritten Bauanträge und Zustimmung der Förderstelle zum Tausch der Bauabschnitte eins und drei.

2019
Erteilung der Baugenehmigung

2020
Beginn der Abbrucharbeiten am „KMD“

Etwas Neues und attraktives schaffen

„Hier kommen Menschen mit unterschiedlichen Interessen zusammen“ versprach Architekt Reinhard Angelis in seiner anschließenden Rede über das Großprojekt mit Mehrzweckhalle, Theater/Kino, Foyer und Gastronomie. So sollen die Räumlichkeiten im „Haus der Alltagskultur“ über den Tag verteilt verschiedene Funktionen bekommen und unterschiedlich genutzt werden. Wo morgens „Omas ihren Kaffee trinken“ könnten am Abend „Jugendliche rocken“ und auch der kleinere zweite Konzertsaal könne durch speziell ausgewählte Filme, Lesungen oder Ausstellungen ein kleineres und intimeres Publikum anlocken und an Bedeutung gewinnen. Das Gebäude könne aber auch noch mehr Aspekte bereithalten.

Für Hilchenbach ist das Projekt Kultureller Marktplatz ein einmaliges Volumen. Auch aus finanzieller Sicht. 9 Millionen Euro sind für den gesamten Abb-, Um- und Neubau eingeplant. 3,2 Millionen Euro werden von der Stadt Hilchenbach selbst übernommen, 3,5 Millionen Euro kommen in Form von Zuwendungen und Förderungen vom Land und 300.000 Euro hat der Bürgerverein übernommen. Eine private Spende in Höhe von zwei Millionen Euro kam zudem vom extra aus Düsseldorf angereisten Dr. Heinrich Weiss, dem Eigentümer der SMS group, hinzu. „Jeder einzelne ist ein extrem wichtiger Baustein“, bedankte sich Baudezernent Michael Kleber bei den zahlreichen Förderern und Partnern und sprach damit auch zu den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und den Dahlbrucher Nachbarn. „Sie bekommen einiges mit, sie bekommen auch einiges ab“. Nicht zuletzt durch die lärmenden Abbrucharbeiten, die im Anschluss an die Vorträge folgten, bevor in den nächsten beiden Jahren etwas Neues aufgebaut werden kann.

„Wir haben vor, in zwei Jahren fertig zu sein“, verkündete Reinhard Angelis mit Hinblick auf die fünfzehnjährige Planungs- und Realisierungsphase. Zur Eröffnung im Jahr 2022 wird auch Holger Menzel vor Ort sein. Diese wird er dann allerdings als Privatperson mit der Familie genießen. Spätestens dann will auch Michael Kleber es „richtig krachen lassen“.

Der "umgekehrte Spatenstich" im Video

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Datum: 22.10.2020

Umgekehrter Spatenstich am KMD

Rainer ZIPP Fränzen veranschaulicht in der ersten Folge der KMD Family den symbolischen Spatenstich.

Rainer ZIPP Fränzen, Undaction.org