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Kultureller Marktplatz Dahlbruch

„Kultur ist das, was sich unter den Menschen abspielt“

Büro Taubenberger entwickelt vielfältiges Nutzungskonzept für Kulturellen Marktplatz

Es war für Dr. Martina Taubenberger ein ganz besonderer Moment, als sie in der Dahlbrucher Ortsmitte aus dem Auto stieg. Den weiten Weg aus München war sie gekommen, um sich die Baustelle und „Ihr“ Projekt endlich einmal live anzuschauen. Bisher hatte die Münchenerin von Hilchenbach noch nicht viel sehen können. War sie bei den bisherigen Sitzungen – pandemiebedingt –  lediglich über Videokonferenzen digital zugeschaltet worden. Begleitet wurde sie bei diesem ganz besonderen Ortstermin dabei von ihrem Team, bestehend aus Stadtplaner und -entwickler Norbert Hoffmann aus Frankfurt und Angelika Schindel, Fachfrau für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und ebenfalls aus München.

Bei einer Baustellenbegehung - angefangen beim Kreisel, über mögliche Parkflächen und Schaukästen, den Theatersaal, das Hallenbad und die Wohnmobilstellplätze- mit den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hilchenbacher Stadtverwaltung konnte sich die Planungsgruppe zunächst ein erstes Bild vom „KMD“ und den Umbauplänen machen. Auch wenn der Gebäudekomplex derzeit halb abgerissen und in viele Einzelteile zerlegt ist, wagten sich die Stadtplaner auch mithilfe der zahlreichen Baupläne und einem Arbeitsmodell an erste Ideen heran.

„Kultur ist kein Gebäude. Kultur ist das, was sich nach der Veranstaltung unter den Menschen abspielt“ hatte Norbert Hoffmann seine Ambition deutlich gemacht. Für ihn liegt der Reiz beim Gestalten des Kulturellen Marktplatzes vor allem in den zufälligen Begegnungen der unterschiedlichen Nutzergruppen. Dies könne beispielsweise durch die Gastronomie erfolgen. „Essen und Trinken verbindet. Deshalb sollte die Gastronomie auch das verbindende Element zwischen den Gruppen werden.“ Auch die Tatsache, dass im Hilchenbacher Stadtteil Dahlbruch kaum ortsansässige Gastronomie vorhanden ist, könnte dieser Idee gut in die Karten spielen. 

Besonders begeistert zeigte sie sich dabei vom kombinierten Theater/Kinosaal. „Wir haben hier eine optimale Ausgangssituation“, schwärmte Dr. Martina Taubenberger von der Theaterbühne vor der großen Kinoleinwand. „Dahlbruch bietet so viele Freizeitmöglichkeiten: Theater, Kino, Schwimmen, Sport oder singen. Wir möchten nicht, dass all die Menschen über einen separaten Eingang zu ihrem Hobby gehen. Die Leute sollen sich begegnen. Wir gucken nicht, wo die Steckdosen sind, sondern wer sich daran ‚anstöpseln‘ kann.“ verdeutlichte Dr. Martina Taubenberger die Aufgabe ihres Teams. Daran „anstöpseln“ sollen sich vor allem die vielen Hilchenbacher Vereine, die in dem neuen Kulturzentraum ebenfalls eine Heimat finden und es mit Leben füllen sollen. Um deren Wünsche und Ideen bestmöglich umsetzen zu können, fanden an zwei Nachmittagen umfangreiche und tiefgehende Nutzergespräche mit den verschiedenen Vertretern von Sport-, Bürger-, Heimat- und Gesangsvereinen statt. Auch das Thema Inklusion und Integration soll beim „Kulturellen Marktplatz Dahlbruch“ eine Rolle spielen. Gewünscht wurden zum Beispiel interkulturelle und andere Feste, die zudem ein Zeichen gegen Rassismus setzen sollen.  

Gudrun Roth, Senioren- und Ehrenamtsbeauftrage der Stadt Hilchenbach freute sich über die große Beteiligung der Vereine aus dem gesamten Stadtgebiet: „Das Kulturzentrum ist für alle Hilchenbacher da; nicht nur für die Vereine aus Dahlbruch. Jung und Alt sollen daran ihre Freude haben.“

Neben den Senioren wurde auch die digitale Generation mit in die Planung eingebunden. Zusätzlich zu den Nutzergesprächen der Vereine gab es in dieser Woche deshalb eine zusätzliche Videokonferenz mit dem Hilchenbacher Jugendzentrum. Heike Kühn vom Kinder- und Jugendbüro zeigte sich nach dem Treffen begeistert: „Die Jugendlichen haben sich bereits viele Gedanken gemacht und im Videocall klar ihre Wünsche geäußert. Auch in den geplanten Workshops wollen sie sich gerne noch mehr in die Planung mit einbringen.“

Für das kleine Team vom Planungsbüro Taubenberger heißt das vor allem eines: Ein sportlicher Zeitplan: In drei verschiedenen Workshops möchten sie die Schnittstellen der Kulturzentrum-Nutzer herausarbeiten und Bürgerinnen und Bürger über einen längeren Zeitraum über verschiedene Projekte online abstimmen lassen. Die finale Vorstellung ist für den Schul- und Kulturausschuss am 29. September geplant. Diese wird Frau Dr. Taubenberger dann hoffentlich wieder persönlich vornehmen können.