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Corona-Pandemie

Erklärung der relativ hohen Zahl der Infizierten in Hilchenbach

Gesundheitsamt appelliert: „bei Symptomen testen lassen“

Infohotline des Kreises Siegen-Wittgenstein unter Telefon 0271/333-1120

Informationen des Kreises Siegen-Wittgenstein

Im Kreis Siegen-Wittgenstein ist am Mittwoch, dem 22. April, die Zahl der Personen, die seit Beginn der Corona-Pandemie wieder genesen sind, erstmals höher als die Zahl der derzeit Erkrankten.

Dies ist nicht als Entwarnung zu verstehen: Es gibt zwar weiterhin keine Ausgangssperre, aber ein Versammlungsverbot für mehr als zwei Personen, außer für Verwandte in direkter Linie. Das bedeutet: Ein Spaziergang von Eltern mit ihren Kindern ist jederzeit möglich, genauso wie eine Fahrradtour von zwei Personen, die nicht miteinander verwandt sind. Alles darüber hinaus fällt unter das Versammlungsverbot und ist untersagt. Auch alle anderen Vorgaben des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen sind weiterhin zu befolgen.

Sondersituation bei den Fallzahlen in Hilchenbach

Zur im Kreisvergleich relativ hohen Zahl der mit dem Corona-Virus Infizierten in Hilchenbach mit 20 Personen zum Stand 22. April 2020 teilt das Gesundheitsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein als Erklärung am 23. April 2020 Folgendes mit:

"Unter den Erkrankungsfällen der letzten drei Wochen in Hilchenbach waren über 50 % der Betroffenen Mitarbeiter/innen in Kliniken, zum Teil von Einrichtungen im Kreisgebiet, zum Teil auch aus anderen Kreisen.

Durch die erhöhte Sensibilität des Fachpersonals schon für geringe Symptome wird hier häufiger getestet als bei Beschäftigen in anderen Bereichen beziehungsweise der allgemeinen Bevölkerung.

Somit sieht Dr. Christoph Grabe als Leiter des Gesundheitsamtes momentan keinen Hinweis auf lokale Besonderheiten, welche einen Handlungsbedarf ergäben, bei insgesamt sehr niedrigen Fallzahlen im Kreisgebiet im Vergleich zum Landesdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen."

Gesundheitsamt appelliert: „bei Symptomen testen lassen“

Das Kreisgesundheitsamt weist noch einmal darauf hin, dass das Robert Koch Institut (RKI) seine Richtlinien, wer auf das Coronavirus getestet werden sollte, verändert hat. Die Empfehlung gilt jetzt für einen wesentlich größeren Personenkreis. Die Rückkehr aus einem Risikogebiet spielt dabei keine Rolle mehr und man muss auch nicht unbedingt Kontakt zu einem bestätigt Infizierten gehabt haben.

„Wir haben ein großes Interesse daran, mehr Tests durchzuführen, um einer möglichen Dunkelziffer auf die Spur zu kommen“, sagt Landrat Andreas Müller. „Nach wie vor ist ein Test auf eine Infektion mit dem Coronavirus aber nur sinnvoll, wenn Krankheitsanzeichen vorliegen. Wenn aber Atemwegserkrankungen mit Symptomen wie Husten, Niesen oder Halsschmerzen vorliegen, sollte man sich auf jeden Fall testen lassen“, erläutert Dr. Christoph Grabe, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Ein Test ist zudem sinnvoll, wenn jemand mit Grippesymptomen Vorerkrankungen hat oder sich seine Erkrankung verschlimmert und Atemnot oder hohes Fieber hinzukommt. Außerdem sollten sich Personen mit Grippesymptomen testen lassen, die im Krankenhaus oder in der Altenpflege arbeiten oder anderweitig mit Risikogruppen in Kontakt kommen.

Sollte ein Patient mit Krankheitssymptomen keinen niedergelassenen Arzt erreichen können, kann er sich an die Corona-Hotline des Kreises Siegen-Wittgenstein wenden, um einen Testtermin zu erhalten. "Der Weg über die niedergelassenen Ärzte zu uns soll nach wie vor die Regel sein, aber wenn das aus welchen Gründen auch immer nicht möglich ist, werden wir unbürokratisch Testungen ermöglichen“, betont Dr. Christoph Grabe

Die Kapazitäten des Kreises Siegen-Wittgenstein sind völlig ausreichend, um die Zahl der Testungen zu erhöhen.

Wer verantwortungsbewusst handelt, zieht sich zuhause zurück, sobald er den Verdacht hat, mit dem Coronavirus infiziert sein zu können“, unterstreicht deshalb auch noch einmal die Kreisverwaltung. Nichts anderes haben auch alle Maßnahmen zum Ziel, die in den vergangenen Tagen bereits angeordnet wurden und mit dem Versammlungsverbot für mehr als zwei Personen jetzt noch einmal ausgeweitet werden.
23.04.2020 
Quelle: Kreis Siegen-Wittgenstein