Seiteninhalt

Wirtschaftsgespräch der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen

Aufbruchstimmung ausbauen:
Chancen für den Handel Schwerpunkt bei IHK-Wirtschaftsgespräch in Hilchenbach

Die Ansiedlung eines modernen Nahversorgungsunternehmens und einer Drogerie werden wichtige Impulse für den Handel und die Innenstadt bringen. Darin waren sich die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am IHK-Wirtschaftsgespräch einig, das am 13. Januar 2017 bei der Omnitron Griese GmbH stattfand. Bei ansonsten vergleichsweise guten Strukturdaten zeigen die Zahlen deutlich, wie groß der Handlungsdruck im Handel ist: Mit einer Kaufkraft von rund 6.600 Euro pro Kopf liegt die Stadt über dem Bundesdurchschnitt (6.485 Euro), mit rund 3.000 Euro weist Hilchenbach jedoch eine der niedrigsten Kaufkraftbindungen im Bezirk der IHK Siegen auf. Bürgermeister Holger Menzel: „Wir konzentrieren uns zunächst auf das USH-Gelände. Das Planverfahren ist weit vorangeschritten, nennenswerte Einwendungen sind nicht eingegangen. Anfang bis Mitte 2018 soll fertig gebaut sein! Damit sind wichtige erste Schritte zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung in unserer Stadt getan. Klar ist aber auch: Bis der Einzelhandel die gewünschte Form hat, ist noch ein langer Atem nötig!“ 

Einigkeit bestand deshalb auch darin, dass sich Stadtverwaltung, Händler und Kunden gemeinsam für den Einzelhandelsstandort stark machen, und hierbei auch neue Wege beschreiten müssen. Die Händlerinnen und Händler sind bereits mit dem Projekt „Heimatshoppen“ auf die Kundschaft zugegangen und hätten ihnen so ein neues Einkaufgefühl vermittelt, betonte IHK-Handelsreferent Marco Butz. Diese Aufbruchsstimmung gilt es weiter auszubauen. Wichtig ist zudem für die Einzelhändler, die immensen Vorteile des digitalen Marketings zu nutzen, um sichtbarer zu werden. Parallel hierzu sind die Bemühungen der Stadtverwaltung zu sehen, die Innenstadt rund um den Marktplatz so attraktiv zu gestalten, so dass ein noch kundenfreundlicheres Ambiente entsteht.

Wirtschaftsförderer Kyrillos Kaioglidis ergänzte zu den Aktivitäten der Stadt Hilchenbach, dass er mit Hilfe einer Immobilienbörse Leerstandsmanagement betreibt, den Unternehmen beratend zur Verfügung steht und das Branchenverzeichnis im Internet-Auftritt die Kundschaft auch auf die zahlreichen Produktangebote in Hilchenbach aufmerksam macht.

Gewerbeflächenentwicklung ebenfalls im Blickpunkt

Ein weiteres drängendes Problem ist die mangelnde Verfügbarkeit von Gewerbeflächen. Die vorerst letzte verfügbare große Fläche ist das Hammerwerk Vorländer, wo sich allerdings Altlasten im Boden befinden. „Wir sind in Gesprächen mit einem Sanierungsunternehmen, damit die Fläche nutzbar gemacht werden kann. Es gibt auch einen möglichen Kaufinteressenten“, so Bürgermeister Holger Menzel. Grundsätzlich ist die Stadt Hilchenbach bestrebt, zunächst Brachflächen wieder nutzbar zu machen, bevor bestehende Flächen erweitert oder neue Gewerbegebiete geschaffen würden. Auch hierfür gibt es Überlegungen. Problem sind jedoch die Anforderungen des Landschaftsschutzes. Von großem Vorteil wäre ansonsten für die Gewerbeflächenentwicklung der Bau der Ortsumgehung im Zuge der Route 57.

Auf eine ausgesprochen gute Entwicklung der Omnitron Griese GmbH in den 40 Jahren ihres Bestehens blickte Niederlassungsleiter Andreas Schmidt zurück. Das Unternehmen mit seinen derzeit 60 Beschäftigten befindet sich klar auf Wachstumskurs. Von einem Halbleiter-Distributor hat sich Omnitron zu einem Komplettanbieter im Bereich der mobilen Stromversorgung und der Kommunikationstechnik entwickelt und zählt hier zu den größten Anbietern in Deutschland.

Bei einem Rundgang durch den Betrieb erfuhren die Besucher, dass die Anwendungsbereiche bis in die Medizintechnik reichen.

2006 hatte das Unternehmen mit Zentralsitz in Schlangenbad eine Niederlassung und ein Zentrallager in Kreuztal eröffnet, bis dort der Platz zu knapp wurde. Im vergangenen Jahr zog der Betrieb daher in das neu errichtete Kompetenzzentrum im Hilchenbacher Gewerbegebiet „Vordere Insbach“ um.

Kopfschmerzen bereitet Andreas Schmidt der Fachkräftemangel: „Wir setzen auf eine hohe Qualität in unseren Produkten, deshalb sind wir auf gute Fachkräfte angewiesen. So suchen wir dringend Elektrotechniker!“ Gute Erfahrungen habe das Unternehmen jedoch mit Kontakten und direkten Ansprachen an Schulen und Berufskollegs gemacht. Andreas Schmidt: „Das hilft!“